Pro Familia - Film und Diskussion

JULIA

Reihe: Pro Familia - Film und Diskussion
Regie: J. Jackie Baier | mit: Julia Krivickas
Deutschland 2014 | OmU | 89 Min.
Eine Geschichte von Leidenschaft und Aufruhr, von Selbstentdeckung und Wut auf die ganze Welt.

Was genau treibt einen Jungen von der Kunstschule dazu, sein Zuhause in Klaipeda (Litauen) zu verlassen, um als Mädchen in den Straßen von Berlin, in stickigen Hinterzimmern und auf verklebten Sesseln eines Sexkinos den eigenen Körper zu verkaufen?

Über mehr als zehn Jahre begleitet Fotografin und Filmemacherin J. Jackie Baier die heute 30jährige Transsexuelle Julia K. durch ihr Leben als Straßenhure, Outlaw und Nonkonformistin, die ohne gesellschaftliche Übereinkünfte lebt.

„Ich kann nicht sagen, dass ich eine Frau bin, aber ich bin auch kein Mann. Ich bin etwas… - ein Geschöpf Gottes, aber ein krummes Geschöpf Gottes. Der Gott hat nicht aufgepasst bei meiner Geburt“ sagt Julia von sich. Andere Autoritäten als diesen Gott, der sich geirrt hat, akzeptiert sie nicht. Sie ist eine, die den „Contrat Social“ nie unterschrieben hat.

Sie spricht ein archaisches Deutsch, das hierzulande seit dem frühen 19. Jahrhundert nicht mehr gebräuchlich ist. Sie aquarelliert, zur Entspannung, wie sie sagt. Sie hat ein Einser-Abitur und einen Diplomabschluss an der Kunstschule von Klaipeda. Und in Berlin ist sie eine transsexuelle Straßenhure, die bisweilen den Weg nach Hause nicht findet.

An der anschließenden Diskussion beteiligen sich Adrian Hoffmann (FLUSS e.V.), Simone Heneka (P.I.N.K) und die Regisseurin J. Jackie Baier.

Eine gemeinsame Veranstaltung von KoKi und dem Netzwerk für Gleichbehandlung