DIE TÜRKEI UNTER DRUCK

Lesung mit der türkischen Schriftstellerin und Journalistin Ece Temelkuran

Reihe: DIE TÜRKEI UNTER DRUCK

Die türkische Schriftstellerin und Journalistin Ece Temelkuran liest aus ihrem Roman "Was nützt mir die Revolution, wenn ich nicht tanzen kann" (2014) und aus ihrem Sachbuch Euphorie und Wehmut. Die Türkei auf der Suche nach sich selbst (2015.) Anschließend Diskussion mit der Autorin. Moderation: Gerhard Spaney. Leser und Dometscher: Oliver Kontny. Eine Veranstaltung des Kommunales Kino und Südwind Freiburg e.V. In Kooperation mit: FAIRburg e.V., informationszentrum 3.welt (iz3w), jos fritz buchhandlung und Türk HOG e.V.

Zur Autorin
Ece Temelkuran, geboren 1973 in Izmir, ist Juristin, Schriftstellerin und Journalistin. Aufgrund ihrer oppositionellen Haltung und Kritik an der Regierungspartei verlor sie ihre Stelle bei einer der großen türkischen Tageszeitungen.

"Euphorie und Wehmut. Die Türkei auf der Suche nach sich selbst."

Was ist das für ein Land, in dem Minderjährige ohne Prozess im Gefängnis sitzen? In dem der Vizepremier Frauen das Lachen verbieten will? Und in dem gläubige Muslime zusammen mit Fußballfans und linken Aktivisten gegen die Zubetonierung eines Parks demonstrieren? Die Türkei präsentiert sich gerne als perfektes Beispiel einer gelungenen Synthese aus moderatem Islam und westlicher Demokratie. Tatsächlich, so konstatiert Ece Temelkuran, befindet sich ihr Land in einem schizophrenen Zustand, pendelt zwischen Minderwertigkeitskomplex und übersteigertem Selbstbewusstsein, baut neue Brücken nach Europa und bricht zugleich längst bestehende ab. Die blutige Vergangenheit wurde nie aufgearbeitet, und nach der kurzen Hoffnung, die die Proteste um den Gezi-Park brachten, ist die Gesellschaft mehr denn je auf Konformität ausgerichtet, für Andersdenkende wie emanzipierte Frauen oder Atheisten scheint kein Platz mehr zu sein. Anhand von persönlichen Erfahrungen und aktuellen politischen Ereignissen gibt die Autorin einen kenntnisreichen Einblick in ein Land voller Widersprüche, warnt vor einer zunehmenden Totalisierung und plädiert kompromisslos für eine offene Gesellschaft.

"Was nützt mir die Revolution, wenn ich nicht tanzen kann"

On the Road im Arabischen Frühling: Vier Frauen in einem alten weißen Mercedes, unterwegs von Tunis nach Beirut: Amira, Tänzerin und Aktivistin, Maryam, Wissenschaftlerin und fromme Muslima, und die Ich-Erzählerin, eine arbeitslose Journalistin. . Eine Hymne an die Freundschaft, ein wilder Roadtrip und eine rasante Geschichte über weibliche Selbstbehauptung.

»Die mutigen Frauen, von denen ich erzähle, haben mir viel beigebracht über das Leben – in einer reinen Männerwelt geben sie nicht auf, fordern ihre Rechte ein.« Ece Temelkuran

Eintritt regulär: 8 Euro, ermäßigt 6 Euro