TAG DER DEUTSCHEN VIELFALT

IT’S EUROPE OR DEATH (KURZFILM)

L’ABRI – THE SHELTER

Reihe: TAG DER DEUTSCHEN VIELFALT

Schweiz 2014 | OmU | 101 Min.
Am "Tag der Deutschen Einheit" gilt es nicht nur die Wiedervereinigung zu feiern, sondern auch die gesellschaftliche Realität eines Einwanderungslandes. Zum 7. Mal veranstaltet das E-WERK den "Tag der Deutschen Vielfalt" und wir beteiligen uns wie jedes Jahr mit besonderen Filmbeiträgen. Das gesamte Programm unter www.ewerk-freiburg.de

IT’S EUROPE OR DEATH
Deutschland 2014 / 9 Min. / OmU / Regie: Paula Gepard
Die Geschichte eines jungen Afrikaners, der, arbeitslos, getrieben von Armut, Hunger, Kriegen… durch den Schwarzen Kontinent wandert – mit dem letzten Funken Hoffnung. Er erzählt seine Geschichte.

L'ABRI - THE SHELTER
Sobald es dunkel wird, wächst der Andrang vor dem ehemaligen Luftschutzbunker im schweizerischen Lausanne. Stahlgitter und Sicherheitspersonal sollen Flüchtlinge und Wohnungslose davon abhalten, die Notunterkunft zu stürmen. Jeden Abend suchen mehr als siebzig Familien und Alleinstehende, Asylsuchende und Wohnungslose Schutz vor der Winterkälte, Zusammenstößen mit der Polizei und nächtlichen Übergriffen. Für fünf Franken erhalten sie im „Obdach“ einen der fünfzig Schlafplätze sowie eine warme Mahlzeit. „Frauen und Kinder zuerst“ weisen die Sozialarbeiter die aufgebrachte Menge von Wartenden an, denn weit mehr Menschen drängen sich in der Kälte, als die Unterkunft Betten hat. Hin- und hergerissen zwischen Menschlichkeit und bürokratischen Vorschriften geraten die Sozialarbeiter jeden Abend erneut in eine moralische Zwickmühle.
Tagsüber begleitet der Filmemacher einzelne Asylsuchende bei Ämtergängen, Essensausgaben und ihren Anläufen, den Tag in der aufpolierten Schweizer Stadt zu verbringen. Die schwindelerregende Machtlosigkeit trifft nicht nur die Obdachlosen, sondern auch die Helfenden, auf deren Perspektiven Melgar gleichermaßen eingeht. Nach VOL SPECIAL und LA FORTERESSE rückt er erneut schonungslos das desolate Asylsystem eines der reichsten Länder Europas ins Blickfeld, dessen Scheitern die Ärmsten der Armen trifft.
Fernand Melgar, geboren 1961 in Tanger, Marokko. Anfang der 80er Jahre gründete er gemeinsam mit Freunden das alternative Kulturlokal Le Cabaret Orwell und später die international renommierte Konzertbühne La Dolce Vita. Er programmierte dort Kunstvideos und bildete sich als Autodidakt zum unabhängigen Regisseur und Produzenten aus. Ab 1983 realisiert er Experimentalfilme und unkonventionelle Reportagen für das Fernsehen. 1985 stieß er zur Gruppe Climage (www.climage.ch), um dort rund zehn Dokumentarfilme zu drehen, die heute als Referenzwerke zu Einwanderungsfragen gelten.