10 JAHRE FREIBURG-POSTKOLONIAL

(Post-)Koloniale Bilderwelten

Vortrag von Dr. Joachim Zeller

Reihe: 10 JAHRE FREIBURG-POSTKOLONIAL

Das Sammeln und Präsentieren von Bildern gehörte ganz wesentlich zum Akt der Vereinnahmung Afrikas durch Europa. Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts war es vor allem die Bildpostkarte, die den Menschen in der westlichen Welt eine Vorstellung vom angeblich „dunklen Kontinent“ vermittelte. Die millionenfach kursierenden Karten waren das zentrale Massenmedium der visuellen Populärkultur. Sie trugen dazu bei, die Errungenschaften imperialer Politik durchzusetzen und zu legitimieren. Die fotografischen Aufnahmen oder Zeichnungen dokumentieren aber nicht nur den Kolonialismus der Bilder, sondern ungewollt auch die Widerständigkeiten, die Gegenblicke der AfrikanerInnen, die – auf ihren Eigensinn beharrend – „zurückschauen“ konnten. Rassistische Wahrnehmungsmuster sollen in dem Vortrag bewusst gemacht und der aus dem Kolonialzeitalter überkommene 'weiße' Blick infrage gestellt werden.