Mittwochskino: Fokus Syrien

BALADNA ALRAHEEB – OUR TERRIBLE COUNTRY

Reihe: Mittwochskino: Fokus Syrien
Regie: Mohammad Ali Atasi, Ziad Homsi
Syrien 2014 | OmeU | 85 Min.
Ghouta, die erste befreite Stadt im syrischen Bürgerkrieg. Hier trifft ein 24jähriger Fotograf und Freiheitskämpfer auf den Intellektuellen und „Doktor der Revolution“, Yassin al-Haj Saleh. So abwegig es vor dem Hintergrund der andauernden Straßenkämpfe und der vollständigen Zerstörung der Stadt erscheinen mag – Homsi beginnt, ein Porträt über den Prominenten Dissidenten zu drehen. Zwischen beiden entwickelt sich eine engere Beziehung. Ein tiefschürfender Austausch über die mit der Revolution verbundenen Hoffnungen, Enttäuschungen und Rückschlägen beginnt.
Als wenig später Salehs Heimatstadt von den Terroristen der ISIS eingenommen wird und sie seinen Bruder verhaften und einsperren muss er dorthin reisen. Homsi begleitet ihn. Obwohl die Reise durch (noch) befreites Gebiet geht ist sie beschwerlich und dauert 20 Tage. Als sie die Stadt erreichen, gilt es sich vor den Da’esh, den ISIS-Fanatikern zu verstecken, die auf alles Jagd machen, was klug, ausgebildet und selbstständig denkend ist. Wenn einem das Leben lieb ist, sollte man schnellstmöglich verschwinden. Ohne den Bruder zu finden, flieht Saleh nach Istanbul. Im erzwungenen Exil sieht er auch seinen jungen Freund wieder. Frei von Illusionen wird beiden klar, dass die Idee, für die es sich zu kämpfen lohnt, verschwunden ist. Was bleibt, ist die Hoffnung, irgendwann einmal zurückzukehren. Und dort was zu tun?