FREIBURGER FILM FORUM

KURZFILMPROGRAMM: MEIO & ELIAMANI'S HOMESTEAD

Reihe: FREIBURGER FILM FORUM
Regie: Clarissa Beckert und Pedro Henrique Risse
Brasilien 2013 | OmeU | 20 Min.
Meio
Regie: Clarissa Beckert, Pedro Henrique Risse
Brasilien 2013 | 20 Min. | OmeU

MEIO erzählt die Migrationsgeschichte mehrerer Familien, die vor drei Generationen nach Brasilien auswanderten. Die 83-jährige Lina lebt mit ihrem Mann in dem kleinen Ort Vila Rica (eigentlich Vila Rickert), der sich in einem ländlichen Gebiet um Presidente Lucena befindet. Viele Menschen ihrer Generation, die in diesem Gebiet wohnen, sprechen nach wie vor lediglich den deutschen Dialekt Hunsrückisch und haben Schwierigkeiten, mit ihren Enkeln zu kommunizieren. Die Jüngeren wiederum sprechen kaum Deutsch, da sie mit Portugiesisch aufgewachsen sind. MEIO wirft Fragen über Identität und Biographien auf und dokumentiert die Unterschiede zwischen den Generationen, ihre Begriffe von Kultur und vom täglichen Leben.

Eliamani's Homestead
Regie: Vanessa Wijngaarden
Deutschland 2014 | 20 Min. | OmeU

Seit ihr Mann auf der Suche nach Arbeit das Massai Dorf in der Savanne Tansanias verlassen hat, ist Eliamani auf sich allein gestellt. Gemeinsam mit anderen Frauen aus dem Dorf verkauft sie gelegentlich Schmuck an Touristinnen, eine unzuverlässige Einnahmequelle. Als eine holländische Familie das Dorf besichtigt und dabei rücksichtslos Bilder von den Frauen und Kindern schießt, wird das Publikum Zeugin einer beidseitig unangenehmen Situation. Einerseits möchten die Frauen ihre Perlen loswerden und beschweren sich über die dreisten Fotoversuche der Familie, andererseits fühlen sich die Touristinnen zunehmend unwohl, mit ihrer eigenen strukturellen Überlegenheit konfrontiert zu werden. In einer einzigen, ungeschnittenen Aufnahme folgt die Kamera der skurrilen Szene und privilegiert die Zuschauer durch die Übersetzung von Swahili und Holländisch als allwissende Beobachter eines großen Missverständnisses. Subtil werden Machtbeziehungen und postkoloniale Abhängigkeiten freigelegt, ohne dass die Filmemacherin dabei eine kommentierende Haltung einnimmt.