MINERS SHOT DOWN

MINERS SHOT DOWN

Reihe: MINERS SHOT DOWN
Regie: Rehad Desai
Südafrika 2014 | OmU | 52 Min.
Im August 2012 wurden in Marikana, eine der größten Platin-Minen Südafrikas, 34 Minenarbeiter von der Polizei erschossen. Sie streikten für höhere Löhne und bessere Arbeits- und Lebensbedingungen, die auch 20 Jahre nach der Überwindung der Apartheid miserabel sind. Die Untersuchungskommission, deren Endbericht in den nächsten Wochen veröffentlicht werden soll, liefert dichtes Beweismaterial für die direkte und indirekte Mitverantwortung des Minenbetreibers, Lonmin, am Massaker. Der mehrfach preisgekrönte Film „Miners Shot Down“ (Rehad Desai, RSA 2014, 85min, OmdtU) schildert das – im TV übertragene ¬– Massaker aus der Perspektive der Arbeiter, die in den Massenmedien oft verschwiegen und kriminalisiert wurde.

Der Bischof von Pretoria, Jo Seoka, ist einer der drei Hauptrepräsentanten der MinenarbeiterInnen von Marikana. Er setzte sich bereits vor dem Massaker dafür ein, dass den Stimmen der Minenarbeiter_innen Gehör verschafft wird und sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Bergbau-Communities verbessern. Noch am Tag des Massakers versuchte er zwischen Lonmin und den Arbeitern zu vermitteln – vergebens.
Jo Seoka ist Leiter der Bench Marks Foundation, einer Organisation, die sich kritisch mit den Praxen transnationaler Unternehmen auseinander setzt. Bischof Seoka wird bei der Aktionärsversammlung von BASF (30. April in Mannheim) deren „Verantwortung in der Lieferkette“ einfordern. BASF, der weltweit größte Chemiekonzern, ist Hauptabnehmer bei Lonmin. Als deutsches Vorzeigeunternehmen garantiert BASF höchste Standards in seiner Lieferkette. BASF, das 2015 sein 150jähriges Bestehen feiert, hat bis dato noch keine Stellungnahme zum Massaker abgegeben.

Zum Film siehe: http://www.minersshotdown.co.za/
Eine Veranstaltung in Kooperation von Kommunales Kino Freiburg, Arnold Bergstraesser Institut und iz3w