22. CineLatino

INSURGENTES

reservix
Reihe: 22. CineLatino
Regie: Jorge Sanjinés
Bolivien 2012 | OmeU | 83 Min.
In der offiziellen Geschichte Boliviens war die indigene Bevölkerung, die sich gegen Kolonialherren, Unterdrückung und Ausbeutung erhob, bislang nur eine Randnotiz wert. Spätestens mit der Übernahme der Präsidentschaft durch Evo Morales hat sich dies geändert. Jorge Sanjinés, einem der großen Akteure des politischen Kinos in Lateinamerika, gelingt es, die Geschichte mehrerer indigener Helden aus dem Vergessen zurückzuholen. Aufwendig, teilweise monumental in Szene gesetzt, werden deren Taten in den Kontext der Neuzeit gestellt. Historische Stätten und die atemberaubenden Landschaften Boliviens bilden dabei die Kulisse. Sanjinés nimmt den Zuschauer in mehreren Zeitsprüngen mit zurück bis in das Jahr 1781, das Jahr, in dem Túpac Katari die Hauptstadt La Paz über mehr als 100 Tage belagerte und damit einen der bedeutendsten indigenen Aufstände im kolonialen Amerika anführte.
Regisseur anwesend.

A los héroes indígenas, el cine les otorga por fin el sitio que se merecen en la historia de Bolivia que hasta ahora se les había negado. Mediante escenas monumentales se presentan los conflictos sociales desde entonces hasta nuestros días.


Jorge Sanjinés studierte Film und Philosophie in Chile. 1959 gründete er mit anderen Filmkünstlern die Gruppe Ukamau und drehte zunächst Kurzfilme, u.a. Revolución (1963). Seine Langspielfilme Ukamau (1966), Yawar mallku (1969) und La nación clandestina (1989) gelten als Meilensteine des politischen Kinos Lateinamerikas und erhielten u. a. in Cannes und San Sebastian Preise. Insurgentes wurde 2013 als bester Film beim Festival Cine Político in Buenos Aires ausgezeichnet. 2001 war Sanjinés bei CINELATINO zu Gast.