Filmkonzert im Großen Haus: Das Weib des Pharao

DAS WEIB DES PHARAO

Reihe: Filmkonzert im Großen Haus: Das Weib des Pharao
Regie: Ernst Lubitsch | Buch: Hanns Kräly, Norbert Falk | mit: Emil Jannings (Pharao Amenes), Harry Liedtke (Ramphis), Dagny Servaes (Theonis), Paul Wegener (Samlak)
D 1922 | 99 Min.
Vor 90 Jahren entstand in Berlin Ernst Lubitschs Monumentalfilm DAS WEIB DES PHARAO, die teuerste deutschsprachige Filmproduktion des Jahres 1921. Nach der Stummfilmära war der Film lange Zeit nur als schwarz-weiß-Torso zu sehen, bis es dank digitaler Restaurierungstechniken gelang, den Film mit seinen verschiedenen Farben originalgetreu wiederherzustellen und mit der überlieferten Originalmusik von Eduard Künneke in Einklang zu bringen.

Ernst Lubitsch setzt in einem seiner letzten in Deutschland entstandenen Filme zu einer bissigen Herrschaftssatire an, angesiedelt in einem orientalischen Phantasieland. Der äthiopische König Samlak (Paul Wegener) dient dem mächtigen Pharao Amenes (Emil Jannings) seine Tochter Makeda an, um mit einer Heirat den Frieden zwischen den Ländern zu sichern. Was als politischer Schachzug geplant war, endet in Liebeshändel. Statt für Makeda interessiert sich der alte Pharao für ihre schöne Sklavin Theonis, die sich längst in den jungen Ägypter Ramphis verliebt hat. Der enttäuschte Samlak erklärt daraufhin Amenes den Krieg. Der Pharao unterliegt und scheint tot, aber nur scheinbar, und so ist das Glück von Theonis und Ramphis auch nur von begrenzter Dauer …
Der Film war lange Zeit nur in gekürzten schwarz-weiß-Kopien zu sehen, bis er in einer großen Restaurierungsaktion von Bundesarchiv-Filmarchiv und Filmmuseum München digital restauriert wurde. Grundlage waren zwei viragierte Nitrokopien aus dem russischen Staatsarchiv Gosfilmofond und George-Eastman-House, USA. Fehlende Handlungsteile ergänzen nun erklärende Titel, vor allem sind die ursprünglichen Farben wiederhergestellt, die die dramatische Wirkung des Monumentalfilms unterstützen.

Die ebenfalls noch erhaltene Originalmusik zu „Das Weib des Pharao“ hat Ernst Lubitsch bei dem Operettenkomponisten Eduard Künneke (»Der Vetter aus Dingsda«) bestellt, der eine dem Werk angemessene, symphonische Partitur vorlegte. Diese Musik zeigt nicht nur das äußerst variantenreiche kompositorische Können Künnekes, sondern unterstreicht sicher die Dramaturgie der Charaktere in den jeweiligen Handlungssituationen des Films.

Kartenvorbestellungen ausschließlich über die Theaterkasse! Theater Freiburg Tel. : 2012853 ; www.theater.freiburg.de

Aus einer zeitgenössischen Filmkritik:
„Großfilm. Draußen vor dem Ufapalast am Zoo Reihen von Autos. Im Zuschauerraum halb Berlin. Die Geistigen und die Verdienten. Der Film von Lubitsch hat seit der Amerikareise an Anziehungskraft noch gewonnen.
Bei der Valuta! Langsam setzt das Spiel ein. Mit heiteren Momenten, die nicht gerade neue Filmhumore entwickeln. Aber schon gegen den zweiten Akt wird die Spannung mit großem Aufwand aller Filmmittel und vieler Mittel der Kunst erzwungen.
Pharaonenreich einer unbestimmten Epoche. Deutlich die ganze Umwelt nur bunter Mantel für eine Liebesgeschichte starken Stils. Eine Griechensklavin wird Königin.
Ein Thron zerbricht darüber. Krieg rast durch das Land. Massenszenen von unerhörter Wirkung. Wenn das Heer der Äthiopier die Ägypter überfällt, übertönte das Klatschen des Publikums die Musik. All dies Einsetzen von Kunst, von Masse, von Aufmachung erzeugt starke Bilder, die in aller Welt Beifall finden werden.“
(Quelle: Berliner Lokal-Anzeiger, Nr. 125, 15.3.1922)

"Ein enormes Filmspektakel." The New York Times über die US-Premiere 1922