Best of Koki 2014

MY SWEET PEPPER LAND

Reihe: Best of Koki 2014
Regie: Hiner Saleem | mit: mit: Golshifteh Farahani, Korkmaz Arslan
Iran/Frankreich/Deutschland 2013 | OmU | 95 Min.
MY SWEET PEPPER LAND ist im Grenzgebiet des Iran, Irak und der Türkei angesiedelt; wunderschön und ruhig fotografiert, gespickt mit trockener Komik, und eine außergewöhnliche Liebesgeschichte im politischen und moralischen Niemandsland.

Baran ist ein kurdischer Held des Unabhängigkeitskriegs. Nach dem Sturz von Saddam Hussein übernimmt er den Posten des Polizei-Kommandanten in einem gottverlassenen Dorf im Dreiländereck zwischen der Türkei, Irak und dem Iran. Khwakork ist ein Mekka des illegalen Handels und Schmuggels, sechs Monate im Jahr ist es eingeschneit und nur mit dem Pferd erreichbar.
Dort trifft Baran auf Govend (Golshifteh Farahani), eine junge Lehrerin, die gekommen ist, um gegen alle Widrigkeiten die Kinder des Dorfes zu unterrichten. Auf den Fersen sind den beiden Govends zwölf Brüder und der Pate des Dorfes Aziz Aga (Tarik Akreyi). Doch gemeinsam halten Govend und Baran (Korkmaz Arslan) den althergebrachten Strukturen ihren Mut und ihre Aufrichtigkeit entgegen. Und finden in den Wirren des Umbruchs zueinander.

Dem in Frankreich lebenden, kurdischen Regisseur Hiner Saleem ist eine schwarzhumorige und melodramatische Gesellschaftssatire gelungen, die stilistisch immer wieder an einen Western erinnert. Bei seiner Premiere letztes Jahr in Cannes fand er damit große Beachtung. Dies lag wohl nicht nur an der Schönheit der verschneiten Berglandschaft, sondern auch an jener der Hauptdarstellerin Golshifteh Farahani, die bei uns zuletzt in dem Film »Stein der Geduld« beeindruckte.

Hiner Saleem wurde in Aqra im Nordirak geboren. Im Alter von 17 Jahren verließ er den Irak und kam über Italien nach Frankreich, wo er noch heute lebt. 1992, nach dem zweiten Golfkrieg, drehte er im Untergrund einen Film über die Lebensverhältnisse der Kurden. Dieser Film wurde auf dem Filmfestival in Venedig gezeigt. Ende der 90er drehte er seinen ersten Spielfilm mit dem französischen Titel VIVE LA MARIE … ET LA LIBERATION DU KURDISTAN (1998). Sein dritter Film VODKA LEMON (2003) gewann den San Marco Preis beim Filmfestival in Venedig.