resonance

PANIHIDA

Himmelreich

Reihe: resonance
Regie: Ana-Felicia Scutelnicu
Republik Moldau, Deutschland 2012 | OmU | 61 Min.
In Bildern von berückender Schönheit und Poesie erzählt die junge Regisseurin Ana-Felicia Scutelnicu eine scheinbar einfache Geschichte aus ihrer Heimat. Der Abschied von einem geliebten Menschen wird dabei jedoch unversehens zu einer Feier des Lebens, der Film zu einer Liebeserklärung an die Landschaft und ihre Bewohner.

In einem abgelegenen moldawischen Dorf stirbt Großmutter Ileana. Sie hinterlässt ihren Sohn Petru und Enkeltochter Anischoara. Nach altem Brauch wird die Verstorbene im eigenen Haus aufgebahrt und die Dorfgemeinschaft nimmt Abschied am offenen Sarg. Männer weinen still, die Frauen klagen singend, manche beten. Als die Nacht kommt, zieht draußen ein Gewitter auf. Auch das Mädchen Anischoara wacht noch. Sie beobachtet die Alten bei der Totenwache. Petru und die Männer trinken langsam und resigniert. Ihre Unterhaltung verläuft stockend und mancher versucht seiner Verzweiflung mit sanftem Spott zu begegnen. Draußen wütet der Sturm, Regen peitscht und Anischoara schläft geborgen ein.

Am Morgen startet die Trauergemeinde ihren Zug zum Friedhof. Ein Wagen fehlt und so tragen die alten Männer den Sarg. Die Sonne steigt schnell und der steinige Weg, durch trockene Wiesen und Felder hinauf zum Friedhof wird lang. Verloren wirken Menschen und ihre Prozession vor dem riesigen Panorama einer überwältigend, kargen Landschaft. Alle werden vom Durst geplagt und manche Männer quält noch mehr der Gedanke an tröstenden Wein, den Anischoara aus einem sehr großen, viel zu kleinen Krug an die zudringlichsten Rufer ausschenkt.

Die Sonne steht im Zenit, alle rasten. Erstmalig ertönt in der Weite das Geräusch eines Autos, als es den Zug erreicht, zieht es ohne zu halten langsam vorbei. Kein Weg führt zurück! Sonne und Alkohol bringen den Geistlichen um den Verstand. Er will Musik hören, tanzen, den Sarg liegen lassen und den Tod vergessen.