Architekturtage 2014

MICROBRIGADAS - Variationen einer Geschichte

Vorfilm: Das Institut (Arbeitstitel)

Reihe: Architekturtage 2014
Regie: Florian Zeyfang, Alex Schmoeger, Lisa Schmidt-Colinet
Deutschland, Kuba 2013 | Engl./Span. | 31 Min.
Das Institut
Güines, Kuba, Eine Skizze
2014, 12 Min.
Das Institut ist eine Videoskizze, ein work in progress zu innovativer, utopischer Architektur in Kuba in den 1960ger Jahren. Das Instituto technologico de suelos y fertilizantes "Andre Voisin" wurde von Vittori Garatti 1961 entworfen. Garatti ist einer der drei Architekten der inzwischen sehr bekannten Kunstschulen in Havanna, dem ISA. Sein Instituto technologico ist weit weniger bekannt, und befindet sich in einer flachen Ebene nahe Güines. Seine Architekur mutet futuristisch, ja utopisch an, nicht zuletzt duch den Fakt dass die verschiedenen Gebäude durch hoch gelegte Gehwege miteinander verbunden sind. Dies ist ein Ergebnis von Garattis Überlegungen zur Umgebung und dem Forschungsgegenstand der Schule, welche der Agrikultur gewidmet ist und besonders dem Reisanbau. Die Landschaft um das Institut verwandelt sich zeitweise in einen Sumpf.
Das Institut war für 2000 Studenten ausgelegt. Später wurde es als Militärgefängnis benutzt und steht heute leer. Das Photographieren auf dem Gelände ist verboten.

Video: Florian Zeyfang, Photographie: Alexander Schmoeger, Lisa Schmidt-Colinet, Archivaufnahmen: Büro Garatti, Schnitt: Florian Zeyfang, Sound: Florian Zeyfang

MICROBRIGADAS
Neben Gesundheitssystem und Bildung war die Frage des Wohnens eine der Hauptsäulen und eine große Herausforderung der kubanischen Revolution. Angesichts des andauernden Wohnraummangels wurden 1971 in Kuba die „Microbrigadas“ ins Leben gerufen. Diese Selbstbau-Gruppen wurden von den Staatsbetrieben zusammengestellt, um Häuser für die Arbeiter zu bauen. Die nun in den Betrieben fehlende Arbeitskraft wurde von den verbliebenen Kollegen mit übernommen. Bis heute bauen diese Baugruppen ihre eigenen Mehrfamilienhäuser sowie kommunale Bauten in ganz Kuba. Architekturbilder, Archivmaterial und Interviews verbinden sich im Film zu einer experimentellen Collage über dieses Phänomen einer revolutionären Moderne. Florian Zeyfang ist Künstler und Filmemacher und lebt in Berlin. Lisa Schmidt-Colinet und Alexander Schmoeger sind Architekten und leben in Wien. Gemeinsam mit Eugenio Valdés Figueroa haben sie „Pabellón Cuba“ herausgegeben, einen Reader zu Kunst, Architektur und Film in Cuba.