MITTWOCHSKINO: ABDELLATIF KECHICHE

L'ESQUIVE

Reihe: MITTWOCHSKINO: ABDELLATIF KECHICHE
Regie: Abdellatif Kechiche | mit: Osman Elkharraz, Sara Forestier, Sabrina Ouazani
Frankreich 2005 | OmU | 117 Min.
Der rhythmisch aggressive Vorortslang der Pariser Banlieue und Marivaux' Theatersprache des 18. Jahrhunderts bilden die Kontrapunkte dieses temperamentvollen Sprachkunstwerks. Lydia beherrscht beide Sprachen: nach rapartigen Wortduellen, die sie sich mit anderen Jugendlichen liefert, taucht sie ein in die Kunstsprache des französischen Theaterklassikers Spiel von Liebe und Zufall, den sie mit ihrer Klasse probt. Ausgerechnet auf dieser Bühne will Krimo, der selbst gegenüber seinen Kumpels kaum Gefühle formulieren kann, Lydia seine Liebe gestehen. Die fürs Schauspiel geforderte Extrovertiertheit und der schwierige Text sind für ihn die Hölle... Kechiche hat seinen Film mit Laiendarstellern an Originalschauplätzen gedreht: “Diese Vororte werden dermaßen stigmatisiert, dass es fast revolutionär erscheint, dort eine Geschichte anzusiedeln, bei der es nicht um Drogen, verschleierte Mädchen oder Zwangsheirat geht. Ich hingegen wollte verstehen, wie dort über die Liebe und auch das Theater geredet wird. Ich wollte eine andere, persönliche Sichtweise vermitteln.”
César 2005: "Bester französischer Film - Beste Regie - Bestes Drehbuch - Beste Nachwuchsdarstellerin (Sara Forestier)" Französischer Filmpreis