PLATFORM - ZHANTAI

Regie: Jia Zhang-ke | mit: Hongwei Wang, Tao Zhao, Jing Dong Liang
China 2000 | OmU | 150 Min.
Aufgrund des großen Publikumszuspruches von Jia Zhang-ke Filmen im April, zeigen wir erstmalig seinen Spielfilm "Platform", bis heute sein bedeutendster Film. „In der Art der "Wanderschauspieler" von Angelopoulos oder "Le Bal" von Scola, entfaltet "Platform" ein Panorama und zeichnet die Entwicklung der chinesischen Gesellschaft über eine Dekade nach“ (Jean-Loup Bourget, Positif)

Die 80er Jahre waren das Jahrzehnt, in dem China begann, sich kulturell und politisch zum Westen hin zu öffnen. Jia Zhang-ke erzählt in seinem lakonischen Film PLATFORM, der sich von 1979 bis 1990 erstreckt, wie die Ausläufer der massiven Veränderungen in der chinesischen Provinz spürbar werden und welche Bedeutung der Pop- und Subkultur bei diesem Wandel zukommt. Der Titel PLATFORM bezieht sich auf einen populären Rocksong im China der 80er Jahre. Es geht um eine Theatertruppe in der Kleinstadt Fenyang, die Ende der 70er Jahre ausschließlich Parteipolitik auf die Bühne bringt und ein Stück aufführt, in dem Mao Tse-tung verherrlicht wird. Doch auch in dem verschlafenen Städtchen zeigen sich bald die ersten Zeichen des Umbruchs: Dauerwellen, neue Zigaretten, westliche Schlager wie zum Beispiel "Dschingis Khan". Als die Regierung in den 80er Jahren das Interesse am Propagandatheater verliert, werden Subventionen gekürzt und die Schauspieler müssen auf einmal allein klarkommen. Diese Desorientierung hat aber auch Vorteile: In einer Welt, in der es plötzlich erlaubt ist, Love-Songs zu hören, verändert sich auch das Gefühlsleben der Menschen.
Eine großartige autobiographische Erzählung zum Übergang vom Maoismus zum Rock der jungen Chinesen (Télérama, Paris)
In Kooperation mit der Studenteninitiative Weitblick.