Mittwochskino

PUSSY RIOT: A PUNK PRAYER

Reihe: Mittwochskino
Regie: Mike Lerner, Maxim Pozdorovkin
UK/Russland 2012 2012 | OmeU | 90 Min.
Zwei junge russische Frauen werden für eine (40 Sekunden lange) Anti-Putin-Performance in einer Moskauer Kathedrale zu jeweils 2 Jahren Straflager verurteilt. Aber wer stand in diesem Prozess (der erst Russland und dann die Welt bewegte) wirklich vor Gericht? Eine Gruppe junger Künstlerinnen oder die Gesellschaft, in der sie leben? Über den Zeitraum von sechs Monaten verfolgen die Regisseure die Geschichte und Hintergründe des feministischen Künstlerinnen-Kollektivs Pussy Riot. Sie beobachten den bizarren Prozessverlauf gegen die mittlerweile ikonenhaften Aktivistinnen Nadia, Masha und Katja und zeigen, wer sich hinter den weltberühmten bunten Sturmhauben verbirgt.
Es kommen Freunde, Familien und stolze Eltern zu Wort, aber auch orthodoxe Gläubige, Politiker und Kirchenvertreter, die ihnen religiösen Hass vorwerfen. Im Laufe des komplizierten Prozesses müssen die drei Künstlerinnen ihre Überzeugungen im Gerichtssaal aus einem Käfig heraus verteidigen: gegen eine Justiz, die für Einsicht und Logik unzugänglich erscheint. Der Film erkundet den Weg einer Farce zur Tragödie und zeigt, wie religiöse und politische Kräfte versuchen ein Exempel zu statuieren.
Mit dem Pussy Riot-Prozess verwandelte sich das Gesicht der russischen Gesellschaft für immer und Wladimir Putin stand einem weltweiten Proteststurm gegenüber: Von Anthony Kiedis (Red Hot Chili Peppers) bis zu Slavoy Žižek gibt es Solidaritätsbekundungen, während die nichtinhaftierten Mitglieder neue Guerilla-Performances rund um den Globus planen und durchführen. Spezialpreis der Jury beim Sundance Filmfestival 2013.