Mittwochskino - TAG DER DEUTSCHEN VIELFALT: SCHWERPUKT AFRIKA

LA PIROGUE

DIE PIROGE

Reihe: Mittwochskino - TAG DER DEUTSCHEN VIELFALT: SCHWERPUKT AFRIKA
Regie: Moussa Touré
F, Senegal, D 2012 | OmU | 87 Min.
»Im Senegal hat sich eigentlich aus jeder Familie jemand mit einem Boot auf den Weg gemacht, um sein Glück in Europa zu versuchen.« sagt Moussa Touré, einer der führenden Regisseure des Senegals.

Am Rande eines Ringwettkampfs werden die Bedingungen für die Überfahrt mit einer Piroge, eines Bootes, das in Westafrika traditionell zum Küstenfischfang verwendet wird, zu den Kanarischen Inseln verhandelt. Als Kapitän soll Baye Laye angeheuert werden. Er soll die Verantwortung für die 30 Männer übernehmen, die sich auf den Weg nach Europa machen wollen. Während er zögert, will sein Bruder Abou unbedingt weg, um in Frankreich eine Karriere als Musiker zu beginnen. Schließlich lässt sich Baye Laye überreden, das Kommando zu übernehmen, wenn auch nur, um seinen unerfahrenen jüngeren Bruder vor dem sicheren Tod zu bewahren. Lansana, der Schlepper, vertröstet schon seit Tagen eine Gruppe von Fulbe, die zunehmend ungeduldig auf die versprochene Abfahrt warten. Nun kommen zehn weitere Männer aus Guinea hinzu, die sich jedoch nur über einen Dolmetscher mit den Fulbe verständigen können und zum Teil noch nie zuvor das Meer gesehen haben. Verstärkt durch einige Männer aus Dakar, ist die Gruppe nun groß genug, um bei gutem Wetter in See zu stechen.

Nur Kapitän Baye Laye weiß, wie gefährlich die Überfahrt wirklich ist. Nicht wenige Pirogen sind von der Strömung in die Weiten des Atlantischen Ozeans getrieben worden und haben ihr Ziel nie erreicht.

In packenden Bildern erzählt Touré die Geschichte einer Reise übers Meer. Gewidmet ist der preisgekrönte Spielfilm dem Andenken an 30.000 Afrikaner, die zwischen 2005 und 2010 ihre Reise über den Atlantischen Ozean antraten und von denen dabei mehr als 5.000 starben.

Preise: ARRI-Preis beim Filmfest München 2012, Bester Internationaler Film Journées cinématographiques de Carthage 2012 – Tanit d’Or (Hauptpreis des Festivals), Festival panafricain du cinéma et de la télévision de Ouagadougou FESPACO 2013, Bronzener Yenenga

Anschließend findet ein Filmgespräch mit dem Regisseur Moussa Touré und Mitgliedern des senegalischen Vereins Association des Ressortissants Sénégalais de Freiburg e. V. im Rahmen der Kulturreihe Takussan sowie ein Empfang mit landestypischen Snacks und Getränken in der Galerie statt.
In Kooperation mit ARSF e. V. und dem E-Werk.

1958 in Dakar, Senegal, geboren, arbeitet Moussa Touré zunächst als Regieassistent, bevor er 1987 mit BARAM seinen ersten eigenen Film verwirklicht.
Mit seinem Spielfilm TOUBAB BI gewinnt er verschiedene internationale Preise. 1987 gründet er mit Les Films du Crocodile in Dakar seine eigene
Produktionsfirma, in erster Linie um seine dokumentarischen Arbeiten zu finanzieren, mit denen er zahlreiche Auszeichnungen erhält. 1997 dreht er TGV
-EXPRESS, ein auch in afrikanischen Ländern sehr erfolgreicher Film. Nach weiteren Kurz-, Dokumentar- und Spielfilmen gründet er das „Moussa
Invite“ Filmfestival in Rufisque, Senegal, mit Schwerpunkt auf Dokumentarfilme afrikanischer Filmschaffender. 2011 ist er Jurypräsident der Doku
mentarfilmsektion beim FESPACO, dem Panafrikanischen Filmfestival in Ouagadougou.