Der Erste Weltkrieg im Film - Eine Auseinandersetzung mit Heldendiskursen

MIT DER KAMERA IN DER SCHLACHTFRONT

WITH THE GREEKS IN THE FIRING LINE

Reihe: Der Erste Weltkrieg im Film - Eine Auseinandersetzung mit Heldendiskursen
Regie: Robert Isidor Schwobthaler | mit: Lesung von Marcel Hinderer aus dem Reisebericht "Mit der Kino-Kamera in der Schlachtfront"
D / GB / F 1913 | engl. ZT / deutsch eingesprochen | 110 Min.
Stummfilmvorführung mit Livemusik: Silent Movie Music Company

| Restaurierte Fassung einer eingefärbten 35mm-Nitrokopie mit freundlicher Genehmigung durch das UCLA Festival of Preservation, Los Angeles, CA |

Auf Einladung der griechischen Regierung wurde der Endinger Filmproduzent und Kameramann Robert Schwobthaler im Sommer 1913 offizielles Mitglied des königlichen Hofstaats Konstantins I. Sein Auftrag: einen Film über die Kriegshandlungen im 2. Balkankrieg zu drehen. Er selbst nannte das Resultat seiner mehrwöchigen Expedition: „Darstellungen aus dem griechisch-bulgarischen Kriege“. Der Stellenwert dieses frühen abendfüllenden Kriegsdokumentarfilms ist für die deutsche und internationale Filmgeschichte auch hinsichtlich seines pazifistischen Anspruchs wegen einzigartig.

Die Dreharbeiten zu diesem „Kriegsdokument“ erfolgten unter erschwerten Bedingungen, da Schwobthaler tatsächlich mit der kämpfenden Truppe reiste und drehte; zwar nicht in vorderster Front, aber immer in der Reichweite feindlicher Geschütze. Mit ihm im Zwei-Personen-Aufnahmeteam war ein weiterer Kameramann der Firma „Express-Films Freiburg“, der junge Kirchzartener Operateur Albert Herr.

Robert Schwobthalers Erlebnisse wurden in einer ausführlichen Artikelserie unter dem Titel "Mit der Kino-Kamera in der Schlachtfront" im Oktober 1913 in deutschen und internationalen Fachblättern veröffentlicht. Das Besondere, die teilweise wirklich unter Gefahr gefilmten Erlebnisse wurden dabei herausgestellt. Der Film war - auch wegen seiner auf hohem technischem Niveau stehenden Aufnahmen - und wegen seines für die damalige Zeit außergewöhnlichen Realismus eine Sensation. Im Verlaufe des Ersten Weltkriegs wurde seine Aufführung ab 1916 in Deutschland durch die Zensur verboten. Nachdem er jahrzehntelang als verschollen galt, wird er in Kooperation mit zahlreichen Veranstaltern – Centre Culturel Français Freiburg, Landesarchiv Baden-Württemberg - Staatsarchiv Freiburg, SFB 948 Helden der Albert-Ludwigs-Universität - und mit freundlicher Unterstützung durch das Regierungspräsidium Freiburg und die Volksbank Freiburg eG erstmals wieder in Deutschland aufgeführt.

ACHTUNG: Die Veranstaltung wird aus unterschiedlichen Gründen, mitunter der unsicheren Wetterlage, im Kinosaal im Kommunalen Kino in der Urachstraße 40 stattfinden. Wir bitten Sie um Verständnis für die kurzfristige Änderung des Veranstaltungsortes.