Begleitprogramm zu den Tschechischen Kulturtagen

LIDICE

Reihe: Begleitprogramm zu den Tschechischen Kulturtagen
Regie: Petr Nikolaev | mit: Karel Roden, ZuZana Fialová, Marek Adamczyk, Veronika Kubarova u.a.
Tschechien 2011 | OmU | 123 Min.
Am 10. Juni 1942 wurde im böhmischen Lidice von der deutschen Besatzungsmacht ein furchtbares Verbrechen verübt. Aus Rache für das Bombenattentat auf ihren obersten Repräsentanten im "Protektorat Böhmen und Mähren" Reinhard Heydrich wurde das Dorf dem Boden gleich gemacht. Alle Männer, die sich im Ort befanden, wurden noch dort erschossen, alle Frauen ins KZ Ravensbrück verschleppt, und beinahe alle Kinder wurden im polnischen Lodz vergast. Petr Nikolaev, dessen Großvater im Zuge der Verfolgungswelle nach dem Attentat auf Heydrich ebenfalls hingerichtet wurde, hat nun dieses nationale Trauma in eine filmische Erzählung überführt. Er schildert es aus der Perspektive dreier Personen, deren Geschichte belegt ist. Da ist ein junger Mann, der fremd geht und dessen Brief in die falschen Hände gerät. Da ist der tschechische Gendarm Vlček, der sich als Handlanger schuldig fühlt am Schicksal der Bewohner von Lidice. Und da ist Frantisek Síma, der im Affekt einen seiner Söhne umbrachte, und der deswegen ahnungslos im Gefängnis sitzt, während sein Heimatdorf ausradiert und seine Familie und seine Geliebte dem Nazi-Terror zum Opfer fällt.