Mittwochskino - Kinderrealitäten weltweit

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DUNIA ZALEM

Reihe: Mittwochskino - Kinderrealitäten weltweit
Regie: Jean-Paul de Zaeytijd
Belgien/ Frankreich 2010 | OmeU | 57 Min.
Nach fünf Jahren kehrt Fatima aus Belgien in ihre Heimat Burkina Faso zurück – und ist erschrocken, verwirrt und hilflos. In der Hauptstadt Ouagadougou sieht sie an jeder Straßenecke Kinder, die arbeiten. Tag und Nacht. Kinder in Burkina Faso haben offenbar nur dieses eine Recht – zu arbeiten. Die Erkenntnis schmerzt und bringt Fatimas Erinnerungen zurück. Sie war acht Jahre alt, als ihr Vater sie aus dem Dorf in die Stadt zu Verwandten brachte, um in deren Haushalt zu helfen. Sie hat ihn nie wiedergesehen, Geld für ihre Arbeit hat sie ebenso wenig bekommen, wie die Mädchen und Jungen, die sich ihr in diesem Film anvertrauen. Aber warum geben Eltern ihre Kinder fort?
Das große Verdienst dieses Films ist es, dass wir die Kinderschicksale und deren gesellschaftliche Eingebundenheit durch die Augen einer Afrikanerin sehen, die nicht verurteilt, belehrt oder sich abwendet, sondern voller Mitgefühl allein vom Recht, ein Kind sein zu dürfen, spricht.

VORFILM: DER VORFÜHRER
Der 10-jährige Rakeeb arbeitet in seiner Heimatstadt in Bangladesch als Filmvorführer. Das Kino ist seine große Leidenschaft. Er liebt die glitzernde Bollywood-Welt mit ihren Stars und mitreißenden Songs. So bunt und fröhlich wie die Filme ist sein eigenes Leben leider nicht: Das Geld ist knapp, die Wohnung eng und der Konflikt zwischen seinen Eltern wirft dunkle Schatten. Aber Rakeeb hofft: bald nicht mehr so viel arbeiten zu müssen, sondern zu lernen und später einmal zu studieren – am liebsten in seinem Traumland Italien.
Gewinner der GROSSEN KLAPPE 2012, Filmpreis für politischen Kinder- und Jugenddokumentarfilm.