HOMMAGE AN MARIVAUX

L'ESQUIVE

Reihe: HOMMAGE AN MARIVAUX
Regie: Abdellatife Kechiche
Frankreich 2005 | OmU | 115 Min.
Dienstag, 30. April 2013

„Der Taler in kleinen Münzen“ - Hommage an Marivaux

19.30 Uhr: Gespräch mit Pierre Carlet de Marivaux anlässlich seines 250. Todestags

Von allen Arten, der Liebe ein Ende zu bereiten, ist die sicherste, ihr nachzugeben. Pierre Carlet de Marivaux, einer der bekanntesten Komödiendichter Frankreichs, war auch Journalist, Essayist und Analytiker der menschlichen Psyche und Verfasser zahlreicher Prosaarbeiten. Anlässlich seines 250. Todestages in diesem Jahr ist es den Veranstaltern mit großer Überredungskunst gelungen, den Autor zu einem Gespräch zu bewegen: Ein Gespräch über falsche Kindererziehung, die Benachteiligung der Frauen in der Gesellschaft, menschliche Vernunft und geliehenen Geist – mit einem Autor, der auch zweieinhalb Jahrhunderte nach seinem Tod nichts an Aktualität verloren hat.

Mit Sieglinde Eberhart, Gesprächsführung, Tobias Scheffel, Freiburger Übersetzer - und natürlich mit Pierre Carlet de Marivaux.
Im Anschluss kurze Pause

21.00 Uhr: Filmvorführung „L'Esquive“ (Abdellatif Kechiche, 2004, 117 min. OmU)

Krimo ist verliebt in Lydia, die leidenschaftlich Verse von Marivaux deklamiert. Beim nächsten Schulfest soll dessen Liebeskomödie Das Spiel von Liebe und Zufall mit ihr in der Hauptrolle aufgeführt werden. Doch wie soll der schüchterne, wortkarge Krimo, der selbst gegenüber seinen Kumpels kaum Gefühle formulieren kann, sich ihr offenbaren? Große Opfer sind nötig, damit der Darsteller des Harlekin Krimo die Rolle an Lydias Seite überlässt. Nur eins hat er in seiner Entschlossenheit nicht bedacht: Die fürs Schauspiel geforderte Extrovertiertheit und der schwierige Text sind für ihn die Hölle.
Kechiche hat seinen Film mit großartigen Laiendarstellern an Originalschauplätzen (einer Sozialsiedlung in der Nähe von Paris) gedreht: Diese Vororte werden dermaßen stigmatisiert, dass es fast revolutionär erscheint, dort eine Geschichte anzusiedeln, bei der es nicht um Drogen, verschleierte Mädchen oder Zwangsheirat geht. Ich hingegen wollte verstehen, wie dort über die Liebe und auch das Theater geredet wird.

Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg, Kommunalen Kinos, Centre Culturel Français Freiburg und Frankreich-Zentrums der Universität Freiburg.

Di. 30.4. | 19.30 Uhr + 21.00 Uhr | Galerie + Kinosaal im Alten Wiehrebahnhof, Urachstraße 40, 79102 Freiburg | Kombiticket für Text, Gespräch und Film: 10/6 Euro | Einzelticket Text &Gespräch: 6/4 Euro, Einzelticket Film: 6/4 Euro