Freiburger Fenster, Freiburger Premiere

WHERE THE CONDORS FLY

Reihe: Freiburger Fenster, Freiburger Premiere
Regie: Carlos Klein | mit: Montage: Carlos Klein, Beatrice Babin, Vadim Jendreyko
Chile / Deutschland / Schweiz 2012 | OmU | 90 Min.
Im Februar stellen wir im Freiburger Fenster den Dokumentarfilm "Where the condors fly" vor. Zu Gast sind die Freiburger Produzentin Anna Martensen (TM Film GmbH) und der Züricher Produzent Vadim Jendreyko (Mira Film GmbH).
Der chilenische Regisseur Carlos Klein begleitet den russischen Filmemacher Victor Kossakowsky bei den Dreharbeiten zu seinem neuesten Werk (VIVAN LS ANTIPODAS!). In Patagonien, am Baikalsee und Shanghai spürt Victor Kossakowsky dem fabelhaften Wesen von Antipoden und den Bewohnern dieser sich gegenüber liegenden Orte nach. Carlos Klein dokumentiert auf persönliche Weise die Entstehung dieses aufwändigen Films, angetrieben von seiner eigenen inneren Suche nach Bildern, die heute noch zu berühren vermögen. Dabei deckt er seine und Kossakowskys ambivalente Haltung zum Filmemachen auf. WHERE THE CONDORS FLY ist eine kritische wie humorvolle Reflektion über Kinematografie.

Ausführliche Filmbeschreibung:
WHERE THE CONDORS FLY
Auf der Suche nach dem magischen Bild - Ein Dokumentarfilm von Carlos Klein
Eine Koproduktion von TM Film (Deutschland) und Mira Film (Schweiz) mit dem Bayerischer Rundfunk und dem Schweizer Radio und Fernsehen.
Der chilenische Filmemacher Carlos Klein findet sich nach Ende des Militärregimes in Chile inmitten einer Bilderflut wieder, die seinen Glauben an die Kraft der Bilder wegschwemmt.
Als er den russischen Dokumentarfilmer Viktor Kossakowsky trifft, der sich mit Leib und Seele dem Filmemachen verschrieben hat und in Chile nach Drehorten sucht, nutzt Carlos Klein die Gelegenheit, diesen herausragenden Regisseur näher kennenzulernen.
Viktor Kossakowsky ist dabei, seinen aufwändigen neuen Film „¡Vivan las Antipodas!“ zu drehen. In diesem möchte er der fabelhaften Verbindung von Orten und Menschen, die sich auf der Erde genau gegenüber liegen, nachspüren. Indem Carlos Klein Kossakowsky bei der Verwirklichung dieses Werkes begleitet, hofft er, sein abhanden gekommenes Vertrauen in die Kraft der Bilder wiederzufinden.

Mit dem Russen reist er von Antipode zu Antipode, von Punta Arenas in Chile zum Baikalsee in Russland und von Villaguay in Argentinien nach Shanghai in China und dokumentiert die Entstehung von „¡Vivan las Antipodas!“. Gleichzeitig deckt Carlos Klein die schillernde Persönlichkeit Kossakowskys in ihren vielen Facetten auf und vermittelt dessen künstlerische Überzeugungen und Beweggründe. Ob er ernsthaft in Reflexionen über das Filmemachen versunken ist, am Baikalsee russische Chorfrauen zum Lachen und sich selbst zum Weinen bringt oder vor Freude über die Schönheit der Natur in Abgründe
springt: Viktor Kossakowsky filmt mit Leidenschaft und ohne Rücksicht auf Verluste, ganz gemäß seiner selbst aufgestellten Regel: „Don’t film if you can live without filming.“

Carlos Klein begegnet dem aufbrausenden Temperament des russischen Filmemachers mit Gelassenheit. Widersprüche und Differenzen auf ihrer gemeinsamen Reise werden für seine Suche eine Quelle der Inspiration.
In wiederkehrenden Momenten der Ruhe findet der Zuschauer Gelegenheit, sich grundlegende Fragen zum Akt des Filmemachens zu stellen und sich dem Kern eines künstlerischen Schaffensprozesses anzunähern.

„Where the Condors Fly“ ist mehr als ein Making Of. Es ist eine persönliche, kritische wie humorvolle Reflektion über Kinematografie und die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Filmemachens. Aufgebaut wie eine Matruschka, in der ein Filmemacher einen Film über einen anderen Filmemacher dreht, der dabei ist, einen Film zu drehen.

CARLOS KLEIN ÜBER DEN PROTAGONISTEN
„Er ist Russe, groß, beleibt, 51 Jahre alt und hat den Blick und das Lachen eines Kindes. Er kann einfühlsam, lustig und manchmal sogar zärtlich wirken. Dieser Eindruck ändert sich jedoch augenblicklich, wenn er zur Kamera greift und in seinen künstlerischen Schaffensprozess vertieft ist. Dann kann es sein, dass er plötzlich zu weinen oder zu schreien beginnt, dass er am Ende mit seiner Geduld oder aber auch über die Massen glücklich und bezaubert ist. In Fachkreisen gilt der charismatische Regisseur als Meister der Beobachtung, der es in seinen Filmen immer wieder schafft, banale Alltagssituationen originell und innovativ darzustellen. Die Art und Weise, wie Viktor Kossakowsky durch sein Objektiv auf die Dinge blickt, ist einzigartig: Er erkennt die ihnen innewohnende poetische und philosophische Dimension und weiß diese mit subtilem Humor und einem Sinn für Drama umzusetzen.“ So habe ich meinen Protagonisten charakterisiert, bevor ich mich auf das Abenteuer eingelassen habe, ihn bei der Entstehung seines neuen Filmes „¡Vivan las Antipodas!“ zu begleiten.

Weitere Infos unter: www.wherethecondorsfly.de

Nach der Vorführung findet im Kino ein moderiertes Gespräch mit Anna Martensen von TM Film GmbH Freiburg und Vadim Jendreyko von Mira Film GmbH Zürich statt.

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Ein cineastisches Highlight:
am 7. und 10. Februar 2013 zeigt das Kommunale Kino beide Filme als Double Feature, den oben beschriebenen Dokumentarfilm von Carlos Klein und den Film „¡Vivan las Antipodas!“ von Viktor Kossakowsky als Double Feature. Drei Stunden grandioses Kino!! (Wolfgang Stickel)