Holocaust-Gedenktag am 27.01.2013

DER PANNWITZBLICK

Reihe: Holocaust-Gedenktag am 27.01.2013
Regie: Realisation: Didi Danquart, Karl-Heinz Roth, Christian Geissler
Deutschland 1991 | DF | 90 Min.
Ein Film mit einer ungewöhnlichen Sprache, mit ungewöhnlichen Bildern über ein ungewöhnliches Thema: Die geistige Aussonderung von geistig und körperlich behinderten Menschen.
Im Faschismus waren es "Propagandafilme", die mit den Theorien der Eugeniker die Massenvernichtung der " Nicht-normalen-Menschen" vorbereiteten. Damals wurde das Objektiv der Kamera durch die Nazis umfunktioniert zum "gesellschaftlichen Auge" , zum Glasauge der Gesellschaft. Der Faschismus ist bewältigt. Scheinbar. - Massenvernichtung gibt es nicht mehr. Aber das Glasauge ist noch da. Daran hat sich nichts geändert.
Davon berichten behinderte Menschen, denen erneut Glasaugen " zu Leibe rücken" , auch, um ihre gesellschaftliche Zuordnung zu bestimmen. Euthanasie ist wieder ein Thema geworden in Deutschland. Der Blick der Nichtbehinderten auf die Behinderung hat oft etwas mit Fremdheit und dadurch mit Angst zu tun, die umschlägt in Abwehr. Dies wird sichtbar in Bildern und in menschlichem Verhalten.-

"Der Pannwitzblick" ist ein analytischer Montagefilm über Blicke, Kameraeinstellungen und das Verhältnis der Macht des Abbildenden gegenüber dem Abgebildeten; vor der Kamera und dem Auge.