Film des Monats

TRANSPAPA

Reihe: Film des Monats
Regie: Sarah Judith Mettke | Buch: Sarah Judith Mettke
Deutschland 2012 | DF | 90 Min.
Das Leben der pubertierenden Maren könnte wirklich besser laufen – findet sie. Abgesehen davon, dass die Jungs in der Schule sie für frigide halten, muss sie sich auch noch mit einer frisch verliebten Mutter rumschlagen. Dann wäre da auch noch ein weiterer Sorgenfall, ihr Vater: Ein Mann, den Maren kaum kennt, weil sie ihn seit Jahren nicht gesehen hat, möchte plötzlich Kontakt zu ihr aufnehmen. Und dann erfährt sie endlich von ihrer Mutter die Wahrheit: Ihr Vater – den sie auf einem Selbstfindungstrip in Nepal wähnt – hat sich längst gefunden und das Geschlecht gewechselt. Heimlich macht Maren sich auf den Weg in die spießige Idylle einer nordrhein-westfälischen Vorstadt, um ihren Vater zu suchen, und findet ihn – verwandelt in Sophia –, die eigentlich viel lieber ihre Mutter sein würde.
Sarah Judith Mettke geht in Transpapa ein hoch spannendes Thema an. Sie erzählt das Patchworkdrama ruhig, intelligent und behutsam, mit leisen gesellschaftskritischen Untertönen und trockenem Humor. Devid Striesow spielt Sophia, das Wesen, das im neuen weiblichen Geschlecht noch nicht ganz angekommen ist, sehr berührend, so dass auch die allmähliche Annäherung der pubertären Maren an den Vater, der keiner mehr sein will, nachvollziehbar wird.