Der Western als Phänomen der globalen Popkultur

DER SCHWARZE FALKE

THE SEARCHERS

Reihe: Der Western als Phänomen der globalen Popkultur
Regie: John Ford | mit: John Wayne (Ethan Edwards), Jeffrey Hunter (Martin Pawley), Vera Miles (Laurie Jorgensen), Ward Bond (Capt. Rev. Samuel Clayton), Natalie Wood (Debbie Edwards),
USA 1956 | OmU & DF | 119 Min.
John Fords The Searchers von 1956 wird bis heute von Kritikern als einer der beste Western aller Zeiten bewertet. Der Film erzählt vom Versuch des Bürgerkriegs-Veteranen Ethan Edwards (John Wayne) seine entführte Nichte von den Comanchen zu befreien. Während der Jagd wird Ethan immer mehr zur getriebenen Figur, seine Ziele immer fragwürdiger.
Während der Film sich einer einfachen und eindeutigen Lesart verweigert, hinterfragt er – insbesondere durch die von Wayne gespielte, gebrochene Figur – viele der im Western-Genre festgeschriebenen Ideologien und Gegensätze und behandelt moralische Probleme, deren Bedeutung weit über das Westerngenre hinausreicht. Einführung (am 26.1.): Johannes Fehrle (Englisches Seminar, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe:
„I'm a poor lonesome cowboy – and a long way from home...“ - Der Western als Phänomen der globalen Popkultur

Mit seiner stark reduzierten Darstellung des „winning of the West“ prägt der Western bis heute unsere Interpretation der amerikanischen Geschichte und des „amerikanischen Charakters.“ Er konstruiert Geschichtsmythen, verklärt brutale Banditen und schwindsüchtige Zahnärzte zu Revolverhelden, unkontrollierte Schießereien zu heroischen „Duellen“ und schuf in unseren Köpfen aus der trockenen Wüste einen nicht enden wollenden mythischen Raum, der genauso hart und erhaben ist wie der Held, der ihn durchquert.
Kleine Jungs auf der ganzen Welt träumen davon, als „Cowboy“ aufregende Abenteuer zu erleben – ohne dabei an den eintönigen Beruf des Viehhüters zu denken.
Der Western, dessen Zusammenhang mit dem historisch und geographisch realen Westen der USA von Anfang an fragwürdig war, schuf schon bald ein Reich der Träume und Projektionen, das längst auch die globalisierte Populärkultur erobert hat. Obwohl der Western beinahe immer mit Amerika verbunden bleibt, so waren es doch der Italo-Western, der ein scheinbar erschöpftes Filmgenre in den 1960ern neu belebt hat, es waren der japanische Eastern, der dem Westernneue Impulse gab und es sind Franzosen und Belgier, welche die schönsten und künstlerisch ausdrucksstärksten Western-Comics geschaffen haben.

Mit einem Workshop, Vorträgen, einer kleinen Filmreihe und einer Radiosendung wollen wir uns diesem vielschichtigen, kulturgeschichtlich so schillernden Genre nähern, das viel mehr zu bieten hat als nur wüste Schießereien, massakrierte Indianer und ausgiebige Verfolgungsjagden zu Pferd…
Warum hat sich die ganze Welt den Western zu eigen gemacht? Und wie werden in diesem „uramerikanischen“ Genre in einem scheinbar amerikanischen Raum Fragen verhandelt, die doch mit Amerika oft bestenfalls peripher verknüpft sind?

Veranstalter: Carl-Schurz-Haus, Centre Culturel Francais Freiburg
Kooperationspartner: aka filmclub, Kommunales Kino, Radio Dreyeckland