MITTWOCHSKINO: VIVA LA DIFFERENCIA!

ALI IM PARADIES

Reihe: MITTWOCHSKINO: VIVA LA DIFFERENCIA!
Regie: Viola Shafik
Ägypten/Deutschland 2011 | OmU | 92 Min.
Für seinen antirassistischen Film Angst essen Seele auf (1973) hat Rainer Werner Fassbinder internationale Anerkennung bekommen. Der Protagonist, ein arabischer Gastarbeiter, wurde von dem Marokkaner El Hedi Ben Salem M’barek Mohammed Mustafa, Fassbinders damaligem Geliebten, gespielt. Während sich der Film selbst mutig mit dem Rassismus der Nachkriegs-BRD auseinandersetzt, scheinen die (Film-)Macher/innen dem realen Mann eine gewisse Gleichgültigkeit entgegenzubringen: Sie fantasieren sich ihren eigenen Salem. Anhand von Interviews und Archivbildern legt Viola Shafik in Ali im Paradies die Imagination von El Hedi Ben Salem durch die Fassbinder-Gruppe frei. Dabei wird auch die Diskrepanz zwischen Fassbinders Gesellschaftskritik und dem kläglichen Scheitern seiner Beziehung zu El Hedi Ben Salem deutlich, zu dem er ein dreijähriges Liebes- und Abhängigkeitsverhältnis unterhielt.