DEUTSCHER KOLONIALISMUS – VERGANGENHEIT UND GEGENWART

Freiburg und die deutsche Kolonialgeschichte in Afrika

Ausstellung von Heiko Wegmann / freiburg postkolonial

Reihe: DEUTSCHER KOLONIALISMUS – VERGANGENHEIT UND GEGENWART

1884 begann das Deutsche Reich mit der Aneignung und Ausbeutung von Kolonien in Afrika, Asien und dem Pazifik. Sie wurden benutzt als Rohstofflieferanten, Exportmärkte, Auswanderungsgebiete und Prestigeobjekte. Diese Prozesse schlugen sich auch in Freiburg i. Br. nieder, nicht nur in Berlin oder Hamburg. Beamte, Missionare, Händler und Forscher gingen in die Kolonien und brachten ihre Erfahrungen mit nach Hause. Militärs wurden oft für den Rest ihres Lebens vom Kolonialdienst geprägt. Gemeinsam mit Professoren, Wirtschaftsführern und anderen Honoratioren engagierten sie sich in diversen Kolonialvereinen. Über Jahrzehnte - auch zur NS-Zeit - bildeten diese Gruppen einen Teil der lokalen Öffentlichkeit, deren Presse ohnehin prokolonial eingestellt war. Daneben stand die universitäre Kolonialforschung in Form von "Rassenforschung", Völkerkunde, Geografie oder Volkswirtschaft. Inszenierte "Völkerschauen" führten den FreiburgerInnen schließlich Kolonisierte vor, um exotistische Bedürfnisse zu befriedigen und sie in ihrem Glauben an die eigene höhere Zivilisation zu bestärken. Es bleibt die Frage, wie die Kolonialgeschichte das heutige Afrikabild prägt