Mittwochskino

NACH DER STILLE

AFTER THE SILENCE

Reihe: Mittwochskino
Regie: Stephanie Bürger, Jule Ott | Buch: Stephanie Bürger
Deutschland/Palästina 2010 | OmU | 82 Min.
Sensible Dokumentation über die Annäherung einer israelischen und palästinensischen Familie nach einem Selbstmordattentat.
Acht Jahre nachdem ihr Mann, der Architekt und Friedensaktivist Dov Chernobroda, bei einem Selbstmordattentat in Haifa ums Leben gekommen ist, entschließt sich Yaël, die Familie des Attentäters im Westjordanland zu besuchen.

Er war Pazifist und Humanist, kämpfte für Verständigung und glaubte an den Dialog zwischen Israelis und Palästinensern – am 31. März 2002 kommt der Israeli Dov Chernobroda bei einem Selbstmordattentat in Haifa ums Leben. Der 24-jährige Palästinenser Shadi Tobassi aus dem Westjordanland sprengt sich in dem arabischen Restaurant in die Luft, in dem Dov gerade zu Mittag isst. Warum geht ein junger Mann morgens aus dem Haus wie an jedem anderen Tag, sagt, er käme nicht so spät zurück von der Arbeit und zündet ein paar Stunden später den Sprengstoffgürtel unter seinem Shirt? Acht Jahre nach dem Attentat versuchen die zwei jungen Regisseurinnen Stephanie Bürger und Jule Ott zu verstehen, was unvorstellbar scheint. Wie leben die Menschen in diesem Konflikt? Was weiß der eine von den Tragödien des anderen?
Die beiden Filmemacherinnen treffen die Israelin Yaël Chernobroda, Dovs Witwe. Dov hat an die Möglichkeit der Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern geglaubt. Wofür er Zeit seines Lebens eingestanden ist, das möchte Yaël acht Jahre nach seinem Tod fortsetzen: Sie bringt den Mut auf, die Familie des Attentäters in den besetzten Gebieten zu besuchen. Die Familie Tobassi traut sich, die Israelin in ihr Wohnzimmer nach Jenin einzuladen. Der Film erzählt die schrittweise Annäherung beider Familien.