PRYPJAT – DAS UNBEHAGEN AN DER MODERNE

SCREENING PRYPJAT - CHERNOBYL 25

Kurzfilmprogramm Teil 1 und Teil 2

Reihe: PRYPJAT – DAS UNBEHAGEN AN DER MODERNE
Regie: 10 internationale AutorInnen
int. 2003-2011 | OF / OmeU | 152 Min.
Das Filmprogramm bringt neuere und neueste "Prypjat-Filme" von Künstlern und Dokumentaristen zusammen mit künstlerischen Visionen von „Atomstädten“ auf die Leinwand.
Gair Dunlop sammelte Zukunftsvisionen, die in den Medien verbreitet wurden anlässlich des Baus einer der ältesten Atomanlagen in Großbritannien, das Dounreay Atomic Research Establishment, eine Atomruine, die weiter strahlt und nicht zur Touristenattraktion wurde.
Julio Soto imaginiert die klimatisch und nuklear bedingte Katastrophe in einem Experimentalfilm, der seinem Besuch von Prypjat und seinem Dokumentarfilm über die verbliebenen Bewohner in der Zone vorausging.
Vanessa Reinwick zeigt in einrücklich-schönen Bildern ein Adieu für den Atomreaktor Trojan in USA, der betreffend die langjährigen örtlichen Widerstände mit Brokdorf vergleichbar ist, der aber aufgrund von Konstruktionsfehlern nie ans Netz ging. Thomas Bartels Film Zwischenlandung ist eine poetische-düstere Reflektion aus der Zeit von 1986 und wird damit schon zum Zeitdokument.

Das Kurzfilmprogramm gibt einen Überblick filmischer Reflexion und Auseinandersetzung mit Atomkraft als vergangenes Symbol für erreichbaren Wohlstand in der Moderne. Sein Gegenpart ist die Ruinenstadt Prypjat, das Mahnmal für die endlosen Probleme, die die Katastrophe des Jahres 1986 geschaffen hat, aber auch das Symbol und die Vorlage für eine Unzahl apokalyptischer Visionen.
Nach Wikipedia: Das US-amerikanische Forbes Magazine bezeichnete Prypjat/Tschernobyl bereits als Destination der Kategorie “world's unique places to visit" und nach Angaben von Spiegel Online gehen Tourismusexperten von bis zu einer Million Besuchern pro Jahr ab 2011 aus. Es gibt damit einen offenen Widerspruch zwischen dem Anliegen, den Ort als Mahnmal zu erhalten, inmitten einer immer noch hoch kontaminierten Zone und der Attraktion Prypjats für sogenannten Extremtourismus und anderen Phantasieprodukten, wie dem Ego-Shooter Spiel S.T.A.L.K.E.R.
Klaus W. Eisenlohr präsentiert im Rahmen dieses Programms seinen neuesten Film "Phantasma Prypjat" (http://www.richfilm.de/filmUpload/1-framesPripyat.html).

Programmablauf (Teil 1 ca. 98 Min. Teil 2 ca. 55 Min.):

SCREENING PRYPJAT - CHERNOBYL 25

Hanne Adam + Thierry Buysse - www.reactor4.be
Chernobyl & Pripyat with experimental music 2009 10:33 Min. DE/BE digital video www.reactor4.be http://www.adamned-age.com

Klaus W. Eisenlohr Phantasma Pripyat 2011 12:36 Min. DE Digital video http://richfilm.de

Gair Dunlop Atom Town: Life After Technology 2011 22:07 Min. UK Digital video http://www.atomtown.org.uk

Andrea Slavik Nuclear Energy 2011 06:47 Min. US Digital video http://vimeo.com/user4586178

Vanessa Renwick Portrait #2: Trojan 2006 05:14 Min. US 35mm/Digital video http://www.odoka.org

Anders Weberg Peaceful Atom 2009 02 Min. 19 SWE Digital video http://www.weberg.se

Sarah Breen Lovett Immaterial Meshup 2008 3:40 Min. AUS Digital Video http://sarahbreenlovett.blogspot.com/

Nicky Larkin Pripyat 2007 16:00 Min. NE Digital Video http://www.nickylarkin.com/

Julio Soto Invisible Cities 2003 06:17 Min. ESP Digital Video http://www.thethinklab.com

Thomas Bartels Zwischenlandung 1986 13:20 Min. DE 16mm http://www.t-bartels.kulturserver-nds.de/

*** Pause ***

Julio Soto Radiophobia 2005 ESP 54:00 Min. Digital Video