PAPA ANTE PORTAS – DER PAPST IN FREIBURG

DER GALILÄER

Reihe: PAPA ANTE PORTAS – DER PAPST IN FREIBURG
Regie: Dimitri Buchowetzki
D 1921 | 55 Min.
Die erste deutsche Verfilmung der Passionsgeschichte Jesus, des Sohn Gottes, gedreht im Jahre 1921 auf einer der damals größten Freilichtbühnen der Welt: im Freiburger Dreisamtal. Das Drehbuch lehnte sich aus Gründen der Werbewirksamkeit stark an den Urtext des alten, weltweit bekannten Oberammergauer Passionsspiels an. Für die Regie konnte der seinerzeit populäre Exil-Russe Dimitri Buchowetzki (1885-1932) gewonnen werden. Hauptdarsteller waren die Gebrüder Georg und Adolf Faßnacht, die seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert mit ihrem Tourneetheater "Passionsspiel nach Art Oberammergau" durch Mitteleuropa zogen. Mit der Filmproduktionsfirma "Express-Film Co." fand sichauf dem Festspielgelände Dreisamtal eine ideale Kulisse, um mit tausenden Freiburger Mitwirkenden (3000 Komparsen als Priester, Jünger, Händler, Römer, Soldaten, Volk) die Jesusgeschichte erfolgversprechend zu verfilmen. Der Galiläer gilt als ein Film, bei dem Tonung und Virage bereits als dramaturgisches Mittel eingesetzt wurden. Zeitungsberichte über die ersten Aufführungen vermerkten, dass der Film mit weltlicher Musik aufgeführt wurde. Passionsfilme waren in jener Zeit durchaus auch Export-Erfolge, vom Galiläer wurden zum Beispiel 35 Kopien unter dem Titel »Jesus de Nazareth« für den französischen und belgischen Markt hergestellt. Im Wettlauf um die Auswertung des Films zerstritten sich die Darsteller und die Freiburger Produzenten Gotthart und Schwobthaler derart, dass der US-Start unter dem Titel »The Passion Play« sich jahrelang verzögerte und durchverschleppte Bewerbung nicht den erhofften Siegeszug an den nordamerikanischen Kinokassen antreten konnte.
Im Jahre 1930 urteilte das Freiburger Verkehrsamt rückblickend: " … die Verfilmung des Passionsspiels durch einen erstklassige Filmregisseur [ist] von einer gewissen Bedeutung in der Filmwelt gwesen."