KINO AVANTGARDE

INSTABILE MATERIE

Reihe: KINO AVANTGARDE
Regie: Jürgen Reble
Deutschland 1995 | 75 Min.
Jürgen Reble, Jahrgang 1956, war von 1979 bis 1989 Mitglied des Filmkollektivs Schmelzdahin. In diesen Jahren widmete er sich als Filmaktivist der Manipulation von Filmmaterial, sei es mit chemischen Mitteln wie Säuren & Laugen, oder aber indem er seine Filme in der Erde vergrub oder andere Experimente mit ihnen durchführte. Eine besondere ästhetische Bedeutung erlangen seine Filme vor allem dank ihrer Farben, Kontraste sowie der filmischen Grenzen, die er immer wieder zu überschreiten versucht.
In INSTABILE MATERIE stellt Reble Dokumentarmaterial über das Deutsche Elektronensynchrotron (DESY), einen Teilchenbeschleuniger in Hamburg, an den Beginn seines Films. Zersetzt bis auf die Grundbestandteile des Filmmaterials involviert der Film die Zuschauer in ein alchemistisches Spiel, das sich zwischen Innen und Außen, Form und Farbe, Gesehenem und Ungesehenem vollzieht – die Bilder sollen der Phantasie des Zuschauers Raum lassen. Pulsierende Formen und verwaschene Farben verbinden sich zu Schemen, die ihre Herkunft nur noch erahnen lassen. Sie fordern geradezu auf, selber Sinn in den Film hineinzuprojizieren.