freiburger film forum

RITUELLE REISE DER SCHAMANEN

Reihe: freiburger film forum
Regie: Michael Oppitz
Deutschland 2011 | DF | 27 Min.
Am Beispiel einer lokalen schamanischen Tradition des Himalaya, jener der nördlichen Magar in der Nähe des Dhaulagiri-Massivs, zeigt der Film, welche Landschaften in den nächtlichen Ritualgesängen der lokalen Heiler abgerufen werden. Es handelt sich dabei ausschließlich um reale geographische Orte, die der Sänger von den jährlichen Treks mit den Schafen oder von den gewöhnlichen Handelsrouten her kennt. Die besungenen oder aufgezählten topographische Namen sind zugleich Orte möglicher transzendenter Begegnung: mit den Geistern, die dem Patienten des Heilers eine Seele geraubt und ihn so ins Unheil gestürzt haben. Aufgabe des Heilers ist es, an jedem der abgerufenen Orte nach der entfleuchten Seele zu suchen und ihrer vor dem Erreichen einer markanten Grenze habhaft zu werden: dem Jenseitspass.

Dies ist ein Typ der rituelle Reise. Bei einem zweiten wird eine Ursprungsgeschichte in Szene gesetzt, in deren Verlauf zwei mythische Protagonisten, ein verwaistes Mädchen und ein Wildschwein, eine Reise in die Unterwelt unternehmen, um dorthin abgestürzte Menschenseelen zu befreien und in die irdische Welt zurückzuführen. Auch in diesem Falle führt die Reise durch vertraute geographische Landstriche; selbst das Reiseziel, die Unterwelt, wird mit einer realen Landschaft gleichgesetzt: dem Tiefland an der indischen Grenze. Der Film kombiniert Luftbilder dieser Landschaften, aus einem Helikopter gedreht, mit den nächtlichen Gesängen des Schamanen im Hause seines Patienten.

Anschließend Werkstattgespräch mit Frank Heidemann