freiburger film forum

aARIS

Reihe: freiburger film forum
Regie: Kim Longinotto
GB/Indien 2010 | OmeU | 96 Min.
„Das Leben eines Mädchens ist grausam, das einer Frau grausamer“, bemerkt Sampat Pal, die Protagonistin vom Kim Longinottos PINK SARIS über das Leben einer Reihe von außergewöhnlichen Frauen. Sampat Pal ist die Anführerin der „Gulabi Gang“, einer Art Frauen-Bürgerwehr im nordindischen Staat Uttar Pradesh, aufgrund ihrer Kleidung, eines pinkfarbenen Sari, auch als „Pink Gang“ bekannt. Hier wird aufgrund tief verwurzelter Traditionen nach wie vor Kinderheirat, Ehrenmord wegen unzureichender Mitgift und Missbrauch durch Ehemänner und Schwiegereltern geduldet. Wie so viele andere wurde auch Sampat Pal als junges Mädchen verheiratet und geschlagen. Doch sie wehrte sich, verließ das Heim ihrer Schwiegereltern und wurde schließlich als Verfechterin für bedrängte Frauen in ganz Uttar Pradesh berühmt, von denen sich heute viele bei ihr einfinden. So zum Beispiel Rekha, eine 14-jährige „Unberührbare“, die im dritten Monat schwanger und heimatlos ist. Da sie einer niedrigen Kaste angehört, darf sie den Vater ihres ungeborenen Kindes nicht heiraten. Die 15-jährige Renu wiederum wurde von dem Mann, mit dem sie zwangsverheirat worden war, verlassen und droht, sich umzubringen. Die einzige Hoffnung der beiden verzweifelten jungen Frauen ist Sampat Pal.

PINK SARIS wirft einen unerschrockenen Blick auf diese ungewöhnlichen politischen Aktivistinnen und deren charismatische Anführerin. In außergewöhnlichen Szenen verfolgen wir, wie sich Sampat Pal immer wieder mitten in Familiendramen einmischt, überzeugt davon, dass ihre Vermittlung der beste Weg für diese leicht verletzbaren Mädchen ist. (Carol Nahra)

Kim Longinottos geniale Kunst liegt in der vornehmen Begabung, Themen glaubwürdig aufzubauen sowie in einer tiefen Sensibilität gegenüber kulturellen Zusammenhängen. Dieses Zusammenspiel führt zu einer Intimität, die Feinheiten und Verflechtungen von ganz besonderer Wirkung ermöglicht. (Sundance Film Festival)