CINELATINO

Terra deu, terra come

Die Erde gibt, die Erde nimmt

Reihe: CINELATINO
Regie: Rodrigo Siqueira
Brasilien 2010 | OmeU | 88 Min.
In einer winzigen und abgeschiedenen Gemeinschaft von Gold- und Diamantenschürfern in Minas Gerais stirbt ein alter Trinker. Der 81-jährige Pedro de Alexina bereitet die animistische Bestattung vor. Er bewahrt die Tradition des Erzählens und des Vissungo, des Gesangs ehemaliger schwarzer Sklaven im Benguela-Dialekt, der früher bei Trauerumzügen gesungen wurde. Doch nicht nur bei der Figur von de Alexina werden die Übergänge zwischen Erzählung und Handlung immer fließender. Immer mehr verwischen die Grenzen zwischen Dokumentation und Fiktion im Film und in der abgebildeten Realität. Der Regisseur wird Teil der Vorbereitungen, Teil der Geschichten, Teil der Suche nach der auszusterben drohenden Tradition in Brasilien.

En una pequeña comunidad de buscadores de oro y diamantes en Minas Gerais, en Brasil, vive Pedro de Alexina, de 81 años, un conservador de la tradición narrativa amenazada de desaparición y del vissungo, un canto en dialecto benguela que es cantado en los cortejos fúnebres.

Rodrigo Siqueira, 1973 im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais geboren, begann seine Karriere als Fernsehjournalist, bevor er 2003 mit dem preisgekrönten Dokumentarfilm Aqui Favela, o Rap Representa erstmals Regie führt. Sein Spielfilmdebüt gab er mit der Dokufiktion Terra deu, terra come, der auf dem É tudo Verdade 2010, auf dem brasilianischen Festival von Gramado sowie im Rahmen des Festivals DOK Leipzig 2010 ausgezeichnet wurde.