CINELATINO

José Marti: el ojo del canario

José Marti: das Auge des Kanarienvogels

Reihe: CINELATINO
Regie: Fernando Pérez
Kuba/Spanien 2010 | OmeU | 120 Min.
„Ich bin ein aufrichtiger Mensch … mit den Ärmsten der Erde will ich mein Schicksal teilen.“ Diese Zeilen entstammen der Feder des kubanischen Poeten und Nationalhelden José Julián Martí Perez (1853–1895) und finden im vielfach gecoverten Song „Guantanamera“ immer wieder Einzug in die internationalen Musikcharts. Eben jene Zeilen und folgende Szene sprechen für sich: Ein kleiner Junge in einer Schlucht. Neben ihm sein bester Freund. Beide knien. Die Arme hinter den Kopf gepresst warten sie, bis ihr Lehrer sie begnadigt. Einer von ihnen ist José Martí, der zehn Jahre später für die Verbreitung unlauterer Hetzschriften gegen die spanische Kolonialmacht zu sechs Jahren Zwangsarbeit verurteilt wird. Der Film zeigt bewusst nur Kindheit und Jugend Martís. Als Spross spanischer Eltern steht er metaphorisch für die Erhebung eines ganzen Landes gegen die Unterdrückung durch das koloniale Patriarchat. Noch heute befindet sich auf jedem kubanischen Schulhof eine Büste des Revolutionärs, der sein Leben für den Freiheitskampf seines Volkes gab.

Dos niños de rodillas, los brazos tras la cabeza, esperan en un barranco al indulto del maestro. Uno de ellos es el héroe nacional cubano José Martí (*1853). Todavía hoy se encuentra en cada patio de escuela cubano un busto del hijo de padres españoles. La película trata de la evolución de Martí des niño a joven revolucionario.

Fernando Pérez, 1944 in Havanna geboren, ist einer der bedeutendsten Filmemacher Kubas. Zu seinen wichtigsten Werken zählen die Spielfilme Clandestinos (1987), Hello Hemingway (1990) und La vida es silbar (1998). José Martí: el ojo del canario wurde auf dem Internationalen Filmfestival in Havanna 2010 mit dem Premio Coral für die beste Regie und künstlerische Leitung ausgezeichnet. Der Regisseur erhielt 2004 mit seinem Dokumentarfilm Suite Habana den Stuttgarter Publikumspreis beim CineLatino.