INSIDEOUT


120 Min.
Eine Vision der Zukunft? Reflexionen über das Tanzstück „Insideout“ von Sasha Waltz
Vortrag (Dr. Mónica Alarcón, Freiburg) und Filmvorführung
Immer mehr Menschen leben in mehreren Kulturen gleichzeitig. Dadurch nehmen hybride Lebens- und Ausdrucksformen, bei denen sich die Herkunft einzelner Strukturelemente nicht mehr eindeutig nachvollziehen lässt, an Bedeutung zu. In letzter Zeit avanciert der Tanz zu einem gelungenen Modell von Konstruktion transkultureller oder transnationaler Identitäten.
Als Vertreterin dieser künstlerischen Position in Deutschland gilt u.a. die Tanzcompanie Sasha Waltz & Guest. Waltz gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Choreografinnen Europas, und ihr Werk ist inzwischen mit unterschiedlichen Preisen gekrönt worden. Ihr multinationales Ensemble, zu dem Tänzer aus 16 verschiedenen Ländern zählen, scheint ein Abbild neuer globaler Lebensweisen zu sein. Im Unterschied zu ihren großen Gruppenchoreographien wie Corpus oder noBody stehen die einzelnen TänzerInnen in ihrer choreographischen Installation „Insideout“ (2003) erneut im Mittelpunkt ihres Werkes.
Ausgehend von den persönlichen Lebensgeschichten der TänzerInnen und SchauspielerInnen, setzt sich das Stück thematisch mit der Konstruktion und Entwicklung von Identitäten in einer globalisierten Welt auseinander. Die Bedeutung von Herkunft, Familie, Flexibilität werden u.a. einzeln thematisiert. Dadurch entsteht ein facettenreiches Mosaik von Lebensentwürfen und Bedeutungen, das einen Einblick in die aktuellen Herausforderungen und Möglichkeiten einer multikulturellen Gesellschaft geben kann.
Mónica Alarcón, Tanzphilosophin. Geboren 1961 in Quito, Ecuador. Studium der Philosophie in Valparaiso, Chile. Mitglied in verschiedenen Tanzgruppen in Chile und Brasilien. 2003 Magister, 2008 Promotion an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Zurzeit gibt sie Seminare über Philosophie des Tanzes in Deutschland, der Schweiz und Südamerika, arbeitet in interkulturellen Projekten mit der Methode der „Educación Popular“, organisiert interkulturelle und interdisziplinäre Projekte und arbeitet als Dramaturgin in verschiedenen Tanzprojekten. 2008 Mitglied der Forschungsgruppe „mBody“ Projekte
künstlerischer Forschung in Medien, Somatik, Tanz und Philosophie. Forschungsschwerpunkte: Philosophie des Tanzes, Leiblichkeit, Erkenntnistheorie, Ästhetik und Medien.