Kommunales Kino im alten Wiehrebahnhof
Urachstr. 40
79102 Freiburg
Tel. 0761 - 709033

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Das Kommunale Kino Freiburg e.V.

Zweiundzwanzig Jahre nach Einzug in den Alten Wiehrebahnhof stand das Kommunale Kino Freiburg ab 2003 neuen Herausforderungen und neuen Möglichkeiten gegenüber: Durch Übertragung der Verantwortung für den Ausstellungsraum (Galerie) und eines Nebenraumes an uns konnten wir das Veranstaltungsangebot deutlich ausweiten Einige der ursprünglichsten Grundideen und auch Visionen kommunaler Filmarbeit werden so – wenn auch unter schwierigen finanziellen Bedingungen – schrittweise verwirklicht. Seither prägen auch Vorträge, Ausstellungen, Seminare u.ä. regelmäßig unser Kulturangebot. Abgesehen von einigen ausstehenden Investitionen für die Galerieräume kann der Prozess der Umgestaltung im Laufe des Jahres 2004 als abgeschlossen gelten. Deutlichstes äußeres Zeichen war im Herbst das erstmalige Erscheinen des Monatsprogramms für das

„Haus für Film und Literatur“,

das wir zusammen mit unserem Partner, dem Literatur Forum Südwest herausgegeben.

Unberührt von diesen Veränderungen bleibt unser Anspruch, das Profil des „anderen Kinos“ weiter mit engagierter nichtgewerblicher Filmarbeit zu stärken. Kommunale Kinos stellen eine unverzichtbare Ergänzung und Alternative zum gewinnorientierten gewerblichen Kino dar, verorten sich in einer Linie mit Einrichtungen wie Theater, Museen, Bibliotheken und soziokulturellen Zentren. Wie diese erhält ein Kommunales Kino Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln und ergänzt das kulturelle Angebot einer Stadt um das Phänomen Film nach allen Richtungen hin.

Der Verein "Arbeitsgemeinschaft Kommunales Kino Freiburg" wurde 1972 gegründet. Seit Einzug in den Alten Wiehrebahnhof (1981) mit seinen nahezu idealen Räumlichkeiten konnte sich hier über Jahre das Gesicht Freiburgs „anderen Kinos“ herausbilden und erfährt eine große öffentliche und kulturpolitische Akzeptanz. Das Einzugsgebiet reicht weit über die Stadt hinaus und das Durchschnittsalter der Besucher ist deutlich höher und insgesamt weiter gestreut als das derer im gewerblichen Kino. Weit über 30.000 Zuschauer erreicht das Kommunale Kino in etwa 800 Vorstellungen mit ungefähr 300 verschiedenen Filmprogrammen und anderen Veranstaltungen.

Im Unterschied zum gewerblichen Kino stehen im Kommunalen Kino Unbekanntes und Vernachlässigtes, wieder zu Entdeckendes und Zukunftweisendes im Vordergrund. Der Spielplan setzt sich zusammen aus Reihen zu Themen, Ländern, Personen der Filmgeschichte, Wieder- und Erstaufführungen und besonderen Einzelveranstaltungen. Wert wird darauf gelegt, dass sämtliche Genres des Filmschaffens vertreten sind, der Dokumentarfilm gleichberechtigt neben dem Spielfilm steht und Kurzfilme ihren ständigen Platz haben – und dies alles nach Möglichkeit in der Originalfassung. Bei vielen Gelegenheiten kooperiert das Kommunale Kino jährlich mit etwa vierzig Gruppen und Institutionen aus einem breiten gesellschaftlichen Spektrum. Für das interdisziplinäre Arbeiten mit Film sind wir verlässlicher Ansprechpartner in Freiburg. Ganz besondere Bedeutung hat hierbei die Zusammenarbeit mit dem „Literaturforum Südwest/ Literaturbüro Freiburg“, das im Herbst 2003 zu uns unter ein Dach gezogen ist. In etlichen gemeinsamen Projekten und dem gemeinsamen Monatsprogramm haben wir dem Kulturzentrum Alter Wiehrebahnhof ein neues Profil gegeben.

Feste Programmbestandteile im Kommunalen Kino Freiburg sind:

wöchentlich:
  • „Mittwochskino“ mit Themen aus/ über Afrika, Asien, Lateinamerika
  • Kinderkino, samstags und sonntags und einmal im Monat im Verbund mit neun Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen (Freiburger Kinderfilmring)
monatlich:
  • Film des Monats (Freiburger Erstaufführung)
  • Stummfilm mit Klavierbegleitung
  • kino avantgarde (2 Programmplätze)
  • ciné club (in Zusammenarbeit mit Centre Culturel Français Freiburg)
  • italienisches Kino (in Zusammenarbeit mit casa di cultura italiano)
  • Kino für ‘Ältere/ ‘Dienstagskino’
  • Filmkanon: Vorträge, Analyse, Filme
  • KINO EXTREM („überschreitet Grenzen...“)
  • Freiburger Fenster: Freiburger Produktionen (immer mit Gästen)
  • PsychoanalytikerInnen stellen Filme vor (1-2monatlich)
jährlich:
  • Großveranstaltungen (z.B. im Theater Freiburg, E-Werk u.ä.)
  • Begleitprogramm zum Freiburger Ferienpass (in Zusammenarbeit mit dem Sozial- und Jugendamt der Stadt Freiburg)
  • Kinderprogramm zum Lirum-Larum-Lesefest (in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Freiburg)
  • Freiburger Lesbenfilmtage (Veranstaltung der "Freiburger Lesbenfilmtage e.V.")
  • Freiburger SchülerFilmForum (Veranstaltung des Arbeitskreises "SchülerFilmForum"/ Medienwerkstatt Freiburg)
  • Cine Latino – Festival des lateinamerikanischen Films
(fast) täglich:
  • Kurzfilme im Vorprogramm

Bei all dem ist kommunale Filmarbeit mehr als das "Abspulen" von Filmen. Es werden Zusammenhänge hergestellt, in vielen Präsentationsformen wird über eine übliche Filmvorführung hinausgegangen (z.B. Stummfilm mit Livemusik, Film- und Videoperformances und Installationen) und es werden Gelegenheiten geboten zu einer weitergehenden Auseinandersetzung mit dem Medium: Einführungen, häufig Vorstellungen in Anwesenheit der Regisseure oder anderer Beteiligter, Vorträge und Gesprächsrunden, Podiumsdiskussionen, Seminare, Ausstellungen zu Filmreihen, Workshops und Kinderfilmnachbereitungen. Undenkbar wäre diese gesamte Kulturarbeit ohne das Raumensemble des Alten Wiehrebahnhofs: Im technisch und atmosphärisch gut ausgestatteten Kinosaal kann Film intensiv erfahren werden. Nach von der Stadt Freiburg bezuschussten Investitionen werden wir technisch auf der Höhe der Zeit und noch zukunftsfähiger sein. Die Galerie ist der Ort vielfältiger Begleitveranstaltungen und –angebote, das Café ist verbindendes Element und Kommunikationsort.

Unter dem Dach und der Trägerschaft des Kommunalen Kinos, aber mit eigenem Etat und eigener Leitung, steht das zweijährliche "freiburger film forum - ethnologie". Es zählt zu den bedeutendsten Festivals dieser Art innerhalb Europas. EthnologInnen und Dokumentarfilmschaffende aus zahlreichen Ländern sind nach Freiburg eingeladen und das Programm aus und über Afrika, Amerika, Asien und Ozeanien lebt von der Diskussion und dem interkulturellen Dialog zwischen seinen Gästen und dem Publikum.

Ein weiteres regelmäßiges Sonderprojekt ist ein zum Ethno-Forum alternierendes, eher regional ausgerichtetes film forum, das einen Focus auf besondere Themen und Präsentationsformen setzt und die Aufgaben und Leistungen kommunaler Filmarbeit noch einmal herausstreicht (1998: "Stummfilm und Musik", 2000: "On location", 2002: "Erlebnis Kinderkino", 2004 "expanded cinema - kino avantgarde" ). Diese zweijährliche „kleine“ film forum bietet die Möglichkeit Neues zu erproben. Es hatte in allen Fällen Pilotcharakter und nachhaltige Wirkung auf die Arbeit des Kommunalen Kinos und seine Programmplätze.

Das Kommunale Kino ist ein eingetragener Verein, als gemeinnützig anerkannt und finanziert sich zur einen Hälfte aus Eigenmitteln (Eintrittsgeldern, sonstigen Umsatzerlösen, Spenden, Fördermitgliedern und Kostenbeteiligungen von Kooperationspartnern), zur anderen aus Zuschüssen der Stadt Freiburg, der MFG Filmförderung Baden-Württemberg und projektbezogen von anderen öffentlichen Stellen. Das Programm berät der zweiwöchentlich tagende Programmausschuss. Fünf Festangestellte auf Teilzeitstellen, etliche Honorar- und Aushilfskräfte und viel ehrenamtliches Engagement gewährleisten eine professionelle Organisation. Gut ausgestatte Büro-, Sitzungs-, Archiv- und Sichtungsräume stehen im Obergeschoss des Alten Wiehrebahnhofs zur Verfügung. Über die eigentliche Programmarbeit hinaus hat das Kommunale Kino auch Multiplikator- und Anschubfunktion: Es berät andere Initiativen und stellt seine Archive und Räume zur Verfügung, ist Ansprechpartner für junge Filmemacher und damit oft der Platz für eine erste öffentliche Präsentation von Nachwuchswerken. Das Kommunale Kino arbeitet im Verbund mit anderen Kinos (Bundesverband/ Landesverband der Kommunalen Kinos; Bundesverband Jugend und Film), ist Sitz des Landesverbandes Jugend und Film (LAG), organisiert Filmtourneen und genießt einen sehr guten überregionalen Ruf als beispielhaftes Kommunales Kino. Das Kommunale Kino und sein Ort, der Alte Wiehrebahnhof, sind ein wichtiger Baustein für die "Filmstadt Freiburg".



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