PANZERKREUZER POTEMKIN

Filmkonzert mit dem Philharmonischen Orchester Freiburg

nach der Originalmusik von Nikolai Krjukow

dirigiert von Günter A. Buchwald

Am 3.12.98 um 20.00 Uhr

Im Großen Haus im Freiburger Theater

Szenenfoto Panzerkreuzer Potjemkin

Das freiburger film forum zeigt zum ersten Mal in Freiburg die vom Münchner Filmmuseum rekonstruierte, viragierte Fassung von PANZERKREUZER POTEMKIN. In ihr ist nicht nur die originale Szenenfolge und der historische Wortlaut der Zwischentitel in der ursprünglichen Formgebung wiederhergestellt, sondern auch die leitmotivisch wiederkehrende Revolutionsflagge rot koloriert.

Mit PANZERKREUZER POTEMKIN gelang es Sergej Eisenstein in wenigen Begebenheiten - dem Aufstand auf dem Kreuzer, der Demonstration der Bevölkerung und dem Massaker auf der Treppe - nicht nur die Aufstandsbewegung von 1905, sondern das Drama der Revolution und ihres Zusammenpralls mit den etablierten Mächten auf seinen klassischen Ausdruck zu bringen.Szenenfoto Panzerkreuzer Potjemkin PANZERKREUZER POTEMKIN ist in Form einer Chronik gestaltet, die die Ereignisse unmittelbar, unter Wahrung der Einheit von Zeit und Raum, widerspiegelt. Zugleich besitzt diese Chronik aber auch die genau berechnete Form einer fünfaktigen Tragödie: "Menschen und Maden", "Tragödie auf dem Schiff", "Ein Toter ruft auf", "Die Treppe von Odessa", "Begegnung mit dem Geschwader". Eine bis dahin unbekannte Rhythmik und Dynamik des Schnitts macht diesen Revolutionsfilm zu einem besonders eindringlichen Werk, das die Herrschenden und Beherrschten polemisch kontrastiert und den Zuschauer über den Weg der Emotionen zu politischen Erkenntnissen führen will. Filmhistorisch erlangte PANZERKREUZER POTEMKIN durch Sergej Eisensteins Montagekunst Berühmtheit: In kühner und gelungener Manier setzt die Schnittfolge steinerne Löwen scheinbar in Bewegung.


PANZERKREUZER POTEMKIN: Sowjetunion 1925, 35 mm, s/w, 74 Min., Regie: Sergej M. Eisenstein; Buch: Nina Agadshanowa-Schutko, Sergej Eisenstein; Kamera: Eduard Tissè; Darsteller: Alexander Antonov, Wladimir Barski, Grigori Alexandrov, Vladimir Baksky, Mikhail Gomarov, Mitglieder des Proletkult-Ensembles, Mannschaften der Roten Flotte und EinwohnerInnen Odessas.

Bilder: © Archiv der Stiftung deutsche Kinemathek, Berlin

 


 

Musik

1998 gelang Günter A. Buchwald in Zusammenarbeit mit Naum Kleiman, Filmmuseum Moskau, und dem Archiv des Staatsorchesters der Kinematografie der GUS, Moskau, die Rekonstruktion der Originalmusik von Nikolai Krjukow zur deutschen Exportfassung des Films PANZERKREUZER POTEMKIN von 1950. Anläßlich des diesjährigen freiburger film forums dirigiert der Stummfilmpianist Günter A. Buchwald zum ersten Mal das Philharmonische Orchester Freiburg zur Filmvorführung im Großen Haus der Freiburger Theaters.

GŁnter A. Buchwald

Günter A. Buchwald studierte an der Musikhochschule Freiburg. Seit 1982 ist er Studienrat für Musik und Geschichte; seit 1984 Lehrbeauftragter an der MHS Freiburg.Seit 1978 improvisiert er Stummfilmmusik. Seine 1985 gegründete "Silent Movie Music Company" zählt heute zu den führenden europäischen Stumm-Film-Musik-Ensembles. 1995 war er Preisträger des Regio-Kulturpreises der Europäischen Wirtschaft. Als Dirigent und Komponist arbeitete er bereits mit verschiedenen Synfonieorchestern zusammen. So eröffnete das Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra das 10. Internationale Filmfestival Tokyo mit seiner Komposition zu dem Film DAS MÄDCHEN SUMIKO. Seit 1997 engagiert ihn der Klarinettist Giora Feidmann als Dirigenten zu Aufführungen des Klassikers "Der Golem".


 



Sergej Ejzenstejn & Sigmund Freud (Montage)

 
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