DER MÜDE TOD

Filmkonzert mit Live-Begleitung von

Wilfried Kaets (Orgel) und Peter Thomas (Schlagwerk)

Am 1.12.98 um 20.00 Uhr

In der Christuskirche

Der müde Tod

Der Regisseur Fritz Lang erzählt in DER MÜDE TOD mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln expressionistischer Filmkunst auf wunderbare Weise drei Episoden mit dem gleichen Thema. Ein Mädchen, dessen Geliebter gerade vom Tod geholt wurde, will Selbstmord begehen. Der Tod gibt ihr in einer Rahmenhandlung drei Chancen, den Geliebten zu retten. Die erste Episode spielt am Hof des Kalifen von Bagdad, die zweite zur Renaissancezeit im venezianischen Karneval und die dritte in einem märchenhaften China. In keiner der drei eingeschobenen Sequenzen gelingt es dem Mädchen, das Schicksal aufzuhalten. Erst als sie ihr eigenes Leben aufgibt, wird sie im Tod mit dem Geliebten vereint.

Szuenenfoto - Der müde TodDer damals 30-jährige Fritz Lang entwickelte in DER MÜDE TOD eine technisch und künstlerisch vollendete Bildsprache, die ihm zum endgültigen Durchbruch als Regisseur verhalf. Ebenso spektakulär sind die eindrucksvollen Bauten, die er vor allem durch geschickte Lichteffekte zu plastischem Leben erweckte.


DER MÜDE TOD, Deutschland 1921, 35 mm, viragiert, 83 Min. Regie: Fritz Lang; Buch: Thea von Harbou, Fritz Lang; Kamera: Fritz Arno Wagner, Erich Nitzschmann, Hermann Saalfrank; Darsteller: Bernhard Goetzke, Lil Dagover, Walter Janssen.

Bilder: © Archiv der Stiftung deutsche Kinemathek, Berlin

 


 

Musik

Der Film DER MÜDE TOD wird von romantischer Stimmung und Resignation geprägt: Der Tod ist seines Amtes müde geworden und sehnt sich danach, von der jungen Frau "besiegt" zu werden. Die metaphysische Aura, die von Langs` stilisierten Bildern erzeugt wird, kommt in der Christuskirche vollends zur Geltung. Die klaren Bilder und die Klangentfaltung einer Kirchenorgel verleihen der Filmvorführung eine neue Qualität in einem ungewöhnlichen Erlebnis- und Erfahrungsraum.

Wilfried Kaets beschäftigt sich seit 1988 intensiv mit dem Medium Stummfilm. Er studierte an der Universität und der Hochschule für Musik in Düsseldorf. Bislang hat er rund 120 Stummfilmvertonungen für verschiedene Besetzungen erarbeitet. Außerdam nahm er an mehreren Kursen für Stummfilmillustrationen teil. Seine Filmmusiken wurden u.a. in Köln, Leipzig, Frankfurt und Düsseldorf aufgeführt.

Der "Schlagwerker" Peter Thomas ist Mitglied verschiedener Percussionsensembles und hat bei vielen Produktionen von Jazz bis zu Filmmusik mitgewirkt. Daneben ist er als Leiter von Percussionsworkshops und Seminaren tätig. Schwerpunkt seiner Arbeit ist der Bereich der "Neuen Musik".

 



 
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