Kommunales Kino im alten Wiehrebahnhof freiburger film forum 2001 -  15×15
Urachstr. 40
79102 Freiburg
Tel. 0761 - 709033

kino@freiburger-medienforum.de

 

 

15×15 - Das europäische Filmerbe

Die Koordination Europäischer Filmfestivals und das Festival des Kommunalen Kinos, das freiburger film forum, präsentieren: 15 Filme aus den 15 Mitgliedsländern der EU, 15 Spielfilme, ausgewählt von 15 Regisseuren. Es geht nicht darum, einen wie auch immer gearteten repräsentativen Querschnitt der europäischen Filmgeschichte zu zeigen, sondern das Projekt ist Ausdruck des Willens zur Zusammenarbeit über alle kulturellen und politischen Grenzen innerhalb der EU hinweg. Ein paneuropäisches Projekt, das erstmals in der Geschichte der EU wirklich aus der Zusammenarbeit von Leuten aus allen Mitgliedstaaten der Union entstanden ist.
15 Filme aus 15 verschiedenen Ländern, ausgewählt von 15 Regisseuren, die wiederum von 15 verschiedenen Festivals angesprochen wurden. Auf diese Formel lässt sich das zwei Jahre lang von einer Arbeitsgruppe aus je einem Vertreter dieser 15 Festivals vorbereitete Projekt bringen.
Jedes Festival sprach einen Regisseur bzw. Regisseurin seines Landes an. Manche der auswählenden Regisseure sind weltbekannt, andere eher den Cinephilen geläufig, doch alle sind sie in ihrem Land ein Schwergewicht des Filmschaffens.
Vorschlagen sollten sie Spielfilme, entstanden nach 1930 (Tonfilme), die außerhalb ihres Entstehungslandes weitgehend unbekannt blieben und zu ihrer Zeit keine Kassenschlager waren. Es ist gelungen, unbekannte Perlen aus einem Ozean voll schillernder Gemmen zu fischen. Wir zeigen 15×15 — Das europäische Filmerbe in den jeweiligen Originalfassungen mit englischen Untertiteln vom
4. Mai bis 5. Juni 2001. Der 15×15 -Katalog mit ausführlichen Angaben zu den Filmen und Regisseuren der Reihe ist bei uns an der Kinokasse erhältlich.


Auf Leben und Tod × Der Mann, der seine Haare kurz schneiden ließ × Die Legionen des Cäsaren × Der Verlorene × SOS - 11 Uhr Nachts × Acht tödliche Schüsse × Angel × Nur eine Mutter × Rauchzeichen × Die grünen Jahre × Das Gute und das Böse × Himmel oder Hölle × Placido × Der Unhold von Athen × Troublemaker

 



  Fr., 4.5. 19:30 Auf Leben und Tod
(A Matter of Life and Death)
Eröffnung der Filmreihe
OF
    22:00 Der Mann der sein Haar kurz schneiden liess
(De Man die zijn Haar kort liet knippen)
OmeU
  Sa., 5.5. 22:00 Auf Leben und Tod
(A Matter of Life and Death)
OF
  Mi., 9.5. 22:00 Die Legionen Cleopatras
(Le Legioni di Cleopatra)
OmeU
  Sa., 12.5. 18:00 Der Verlorene  
  So., 13.5. 20:00 Die Legionen Cleopatras
(Le Legioni di Cleopatra)
OmeU
  Di., 15.5. 15:00 Der Verlorene
Dienstagskino
 
    22:00 Der Verlorene  
  Do., 17.5. 19:30 SOS - 11 Uhr Nachts
(La dame d'onze heures)
ciné club mit Einführung durch G. Bérart & C. Herzog
 
  Fr., 18.5. 22:00 Acht tödliche Schüsse
(Kahdeksan surmanluotia)
OmeU
  Sa., 19.5. 18:00 SOS - 11 Uhr Nachts
(La dame d'onze heures)
 
    20:00 Angel OF
  So., 20.5. 20:00 Nur eine Mutter
(Bara en Mor)
OmeU
    22:00 Angel OF
  Mi., 30.5. 22:00 Rauchzeichen
(Rooksporen)
OmeU
  Do., 31.5. 20:00 Die grünen Jahre
(Os verdes anos)
OmeU
    22:00 Der Mann der sein Haar kurz schneiden liess
(De Man die zijn Haar kort liet knippen)
OmeU
  Fr., 1.6. 20:00 Das Gute und das Böse
(Det Gode og det Onde)
OmeU
    22:00 Die grünen Jahre
(Os verdes anos)
OmeU
  Sa., 2.6. 20:00 Troublemaker  
    22:00 Himmel oder Hölle  
  So., 3.6. 18:00 Placido OmeU
    22:00 Troublemaker  
  Mo., 4.6. 18:00 Der Unhold von Athen
(O Drakos)
OmeU
    20:00 Placido OmeU
  Di., 5.6. 22:00 Der Unhold von Athen
(O Drakos)
OmeU


A Matter of Life and Death

(Auf Leben und Tod)

Regie: Michael Powell, Emeric Pressburger
Großbritannien 1946, 104 Min, Farbe
OF

Eröffnung der Reihe
Fr., 4.5. 19:30
Sa., 5.5. 22:00

ausgewählt von Jack Cardiff
Auf Leben und Tod

Der Flieger Peter Carter bereitet sich darauf vor, über dem Ärmelkanal aus seinem brennenden Flugzeug abzuspringen. Seine letzten Gedanken gelten einer amerikanischen Militärangestellten. Er springt, stürzt ins Meer und wird scheinbar unverletzt an Land getrieben, wo er eben auf dieses Mädchen trifft. Doch bald erscheint es ihm, als befinde er sich nach seinem Fallschirmabsprung in einer Zwischenwelt, gefangen zwischen Traum und Wirklichkeit, Leben und Tod. Geplagt von starken Kopfschmerzen sieht er Personen aus einer anderen Welt. Zu denen gehört ein französischer Führer aus dem 18. Jahrhundert, der ihn dazu bewegen will, diese andere Welt zu verlassen. Psychiatrische und neurochirurgische Behandlungen können seinen Zustand nicht verbessern. Im Gegenteil, nach einer schweren Gehirnoperation findet sich Peter als Angeklagter eines merkwürdigen Prozesses wieder. Sein Verteidiger ist sein bei einem Unfall ums Leben gekommener Gehirnchirurg.

"Vielen war dieser Film weit seiner Zeit voraus. Die meisten Kritiker reagierten befremdet, passte der Film doch in kein gängiges Klischee." (Jack Cardiff)




De Man die zijn Haar kort liet knippen

(Der Mann, der seine Haare kurz schneiden ließ)

Regie: André Delvaux
Belgien 1965, 94 Min, s/w
OmeU

Fr., 4.5. 22:00,
Do., 31.5. 22:00

ausgewählt von Marion Hänsel
Der Mann, der seine Haare kurz schneiden ließ

Delvaux erzählt eine ebenso einfache wie befremdliche Geschichte. Der Dozent Govert Miereveld schwärmt heimlich für eine seiner Schülerinnen: Fran, eine unzugängliche Schöne. Eines Tages ist sie spurlos verschwunden. Goverts Schwärmerei artet zur Besessenheit aus, seine mentale Verwirrung tritt erst viel später offen zu Tage, als er gezwungen ist, an einer Autopsie teilzunehmen. Die Leiche der jungen Frau identifiziert er als Fran. War er vielleicht selbst der Täter?
Auf den ersten Blick erscheint alles normal, alles gewöhnlich. Doch Delvaux spielt mit den Ereignissen auf eine Weise, die das Reale und das Imaginäre ineinander übergehen lassen. Die Wahrnehmung verschiebt sich unmerklich hin zu einem magischen Realismus. Dabei entstehen der Schrecken und die Verzückung im Kopf des Betrachters, der die Andeutungen des Films in seine eigenen Bilder umsetzt.




Le Legioni di Cleopatra

(Die Legionen des Cäsaren)

Regie: Vittorio Cottafavi
Italien 1959, 98 Min, s/w
OmeU

Mi., 9.5. 20:00
So., 13.5. 20:00

ausgewählt von Gianni Amelio
Die Legionen des Cäsaren

Als ein letzter Versuch Frieden zu schließen, sendet Octavian seinen Konsul Curridio, einen alten Waffenbruder Antonius, nach Alexandria. In der Stadt verliebt sich Curridio in die geheimnisvolle Tänzerin Berenice, hinter deren Existenz sich Cleopatra verbirgt. Antonius ist schon zu weit gegangen, um das Friedensangebot zu akzeptieren und sieht seinem Schicksal entgegen. Cleopatra ist hin- und hergerissen zwischen ihrer Liebe zu Curridio und ihrer Treue zu Antonius sowie ihren Aufgaben als Pharaonin. Sie trifft eine schmerzliche Entscheidung, ihre Pflicht als Landesmutter siegt.

"Es gibt viele gute Gründe, heute an Vittorio Cottafavi zu erinnern, einen für jeden Film, den er uns hinterließ." (Gianni Amelio)




Der Verlorene

Regie: Peter Lorre
Deutschland 1951, 98 Min, s/w

Sa., 12.5. 18:00
Di., 15.5. 15:00
Di., 15.5. 22:00

ausgewählt von Ulrike Ottinger
Der Verlorene

Hamburg, irgendwann nach Ende des 2. Weltkriegs. In einem Flüchtlingslager arbeitet der Mediziner Karl Rothe unter falschem Namen als Lagerarzt. Eines Morgens begegnet er seinem ehemaligen Assistenten Hoesch wieder, der sich jetzt Novak nennt. Die beiden Männer treffen sich abends in der Kantine und tauschen ihre Erinnerungen aus.
1943 ist Rothe als hochangesehener Serumforscher in einem Hamburger Institut tätig. Sein Assistent Hoesch bespitzelt ihn im Auftrag der Abwehr. Hoeschs Führungsagent eröffnet Rothe, dass seine Ergebnisse nach England verraten seien. Verdächtig sei seine Verlobte Inge, die Hoesch gegenüber sehr entgegenkommend gewesen sei und mit ihm geschlafen habe. In blinder Wut tötet Rothe die Frau, die er liebt …
An diesem Abend im Lager erzählt ihm Hoesch den Rest der Geschichte. Der Nazi richtet sich auf eine Zukunft im befreiten Deutschland ein. Hoesch, skrupellos und ohne Reue, bietet Rothe eine "dauerhafte und gegenseitige Abmachung" zu schweigen an …
Die formal herausragende, inhaltlich konsequente Auseinandersetzung mit Schuld und Wesen des Dritten Reiches hatte beim Publikum keine Chance. Zu hart, zu realistisch und zu pessimistisch konfrontierte Lorre die Deutschen mit einer Vergangenheit, die sie nicht erklären, bewältigen und verarbeiten wollten, sondern nur noch verdrängen und vergessen.

"Mit diesem Film ist deutsche Nachkriegsgeschichte so präzise gezeigt worden, wie es nur einem möglich ist, der selbst Opfer war und einen Täter spielt, der weiß, dass er Schuld hat." (Ulrike Ottinger)




La dame d'onze heures

(SOS - 11 Uhr Nachts)

Regie: Jean Devaivre
Frankreich 1947; 97 Min, s/w
OmeU

Do., 17.5. 19:30 ciné club
Sa., 19.5 18:00

ausgewählt von Bertrand Tavernier
SOS - 11 Uhr Nachts

Der junge Forscher Stanilas Oscar Seminario, genannt SOS, gerät, frisch von einer Expedition aus Afrika zurück, in unheimliche Vorkommnisse im Hause der befreundeten Familie Pescara. Als Vater Pescara vergiftet wird, verwandelt sich SOS in einen mutigen und unerschrockenen Detektiv.
LA DAME D'ONZE HEURES, Devaivres zweiter Film, ist ein intelligenter und witziger Mix aus verschiedenen Genres, vom schwarzen Thriller bis zur romantischen Komödie.
Der Film beginnt mit seinem eigenem Trailer, was die Spannung rasch steigert. Er steckt voller überraschender Wendungen, mit allem, was zu einem Mysterythriller gehört.

"In seinem extrem brillantem ersten Film pendelt Jean Devaivre von der Phantastik zur Detektivkomödie, setzt fort mit einer wundervoll mit realistischen oder traumhaften Bildern gefilmten Film-Noir-Sequenz, wechselt spielerisch mitten in einer Szene den Point of View und lässt Charaktere plötzlich direkt zum Publikum sprechen." (Bertrand Tavernier)




Kahdeksan surmanluotia

(Acht tödliche Schüsse)

Regie: Mikko Niskanen
Finnland 1972, 145 Min, s/w
OmeU

Fr., 18.5. 22:00

ausgewählt von Aki Kaurismäki
Acht tödliche Schüsse

ACHT TÖDLICHE SCHÜSSE basiert auf einer realen Begebenheit: Im Winter 1969 erschießt ein Mann in einem finnischen Dorf vier Polizeibeamte, die ihn festnehmen wollen. Der Regisseur Niskanen interviewte den Schützen im Gefängnis und aus diesen Gesprächen entstand das Buch zum Film.
"Die Schüsse, die in Pihtiputaa abgegeben wurden, waren logischer Abschluss einer langen Reihe von Ereignissen. Ich bemerkte, dass dahinter ein Komplex von Problemen lauerte und ich kannte mich gut in diesem Gebiet aus. Ich bemerkte auch, dass dieses Thema für mich geschaffen wurde. Nicht ich suchte das Thema, das Thema suchte mich."(Mikko Niskanen)
Diese Aussage des Regisseurs zeigt deutlich, dass ACHT TÖDLICHE SCHÜSSE für ihn ein sehr persönlicher Film war. Niskanen kehrte zu seinen Wurzeln zurück und eröffnete ein neues thematisches Terrain: das Portrait armer, vergessener Menschen ländlicher Regionen.




Angel

Regie: Nei Jordan
Irland 1982, 92 Min, Farbe
OF

Sa., 19.5. 20:00
So., 20.5. 22:00

ausgewählt von Jim Sheridan
Angel

ANGEL war der erste Film, der vom 1981 gegründeten Irish Film Board gefördert wurde. Autor Neil Jordan hatte auch die Hilfe und Förderung von John Boorman, der bei ANGEL als Executive Producer agierte. Die Story fußt lose auf einer Mordserie an Mitgliedern der Miami Showband nach ihrer Rückkehr von einer Tournee durch Nordirland. Der Saxophonist Danny wird zuerst Zeuge des Mordes am Bandmanager, der in eine Erpressung vermittelt war und muss dann den Mord an einer schönen, stummen Frau miterleben, der einziges Vergehen war, den Mördern in den Weg zu laufen. In seinem folgenden Rachefeldzug wechselt Danny vom Saxophon zur Uzi, die er bald genauso meisterhaft beherrscht. Jordans Regiedebut ist ein dramatischer und visueller Kraftakt, der von den Leistungen der Schauspieler und der hervorragenden Kamera von Chris Menges lebt.

"Der Film ist wichtig für Irland, weil er den Weg für eine einheimische Filmproduktion im letzten Jahrzehnt ebnete. Jordan setzte einen Merkstein, der immer noch besteht und bewies, dass Leute, die das Vertrauen haben in den irischen Film zu investieren, reich entlohnt werden." (Jim Sheridan)




Bara en Mor

(Nur eine Mutter)

Regie: Alf Sjöberg
Schweden 1949, 99 Min, s/w
OmeU

So., 20.5. 20:00

ausgewählt von Jan Troell
Nur eine Mutter

BARA EN MOR erzählt die Lebensgeschichte einer Landarbeiterin, von ihren Lieben, dem Tratsch der Nachbarn, dem sie immer wieder ausgesetzt ist, weil sie neben ihrem Mann noch andere Geliebte hat und von ihren Kindern, in denen sie mehr und mehr den Lebensinhalt sieht.
Sjöbergs Studie überkommenen Landlebens wurde bei der Erstveröffentlichung als zu theatralisch und überformalistisch verrissen. Jahre später erst erkannte man die Stärke des Films, der eine wichtige Epoche schwedischer Geschichte personalisiert darstellt. Heute gilt der Film als eines der wichtigsten Stücke schwedischer Filmkunst, als rares Meisterwerk in der Schilderung der Wechselbeziehung eines Individuums, seiner Umgebung und seinen sozialen Beziehungen. BARA EN MOR gehört zu den Filmen, die das schwedische Kino der fünfziger und sechziger Jahre maßgeblich beeinflusst haben.




Rooksporen

(Rauchzeichen)

Regie: Frans van de Staak
Niederlande 1992, 80 Min, Farbe
OmeU

Mi., 30.5. 22:00

ausgewählt von Johan van der Keuken
Rauchzeichen

Ein Interview, eine Befragung, ein Verhör. Ein Mann befragt eine Frau und konfrontiert sie mit 26 Zeugen, ordentlich nummeriert von A bis Z, allesamt Hauseigentümer.
Immer bleibt unklar, wer der Frager, wer die Befragte sind, worum es geht und was die Zeugen wollen oder sollen.
ROOKSPOREN ist - wie fast alle Filme van de Staaks - ein Experiment aus Form und Text, der Plot ist nur implizit vorhanden.

"Wie betritt jemand einen Raum? Wie spricht er eine andere Person an? Wie sieht der Raum aus? Es ist eine Inszenierung, die das Offensichtliche wieder entdeckt. Eine Untersuchung. Mit anderen Worten, ein Prozess." (Johan van der Keuken)




Os verdes anos

(Die grünen Jahre)

Regie: Paulo Rocha
Portugal 1963, 90 Min, s/w
OmeU

Do., 31.5. 20:00
Fr., 1.6. 22:00

ausgewählt von Manuel de Oliveira
Die grünen Jahre

Der schüchterne Julio kommt nach Lissabon, wo er als Gehilfe eines kleinen Schuhmachers Arbeit findet. Zu den Stammkunden des Lädchens gehört Ilda, ein "modernes" Mädchen, die als Magd in einem gutbürgerlichen Haushalt tätig ist. Julio und Ilda kommen einander näher, doch Julios Antrag begegnet das Mädchen zögerlich. Der Junge kommt in der Großstadt nicht zurecht, er will Ilda so bald wie möglich heiraten und mit ihr zurück aufs Land ziehen. Als der Junge weiter drängt, zieht Ilda sich zurück. Verzweifelt besucht Julio sie in der Luxuswohnung ihrer Dienstherren. Nach einer kurzen Auseinandersetzung sticht Julio Ilda nieder.
Paulo Rochas Debut besticht nicht nur durch seine Geschichte, die die verschiedenen Lebenswelten junger Menschen Anfang der Sechziger Jahre pointiert zu schildern weiß, auch der Kontrast zwischen moderner städtischer und ländlicher Gegend prägt den Film, liegt die Schumacherwerkstatt doch in einem Viertel in Flughafennähe, das gerade modern erweitert wurde.

"Verdes Anos war er erste Film einer neuen Generation … reich in seiner Modernität, seinem Inhalt und der Brillanz seiner Filmkunst. So hat Paulo Rochas Debüt das portugiesische Kino für andere Richtungen geöffnet." (Manuel de Oliveira)




Det Gode og det Onde

(Das Gute und das Böse)

Regie:
Jørgen Leth
Dänemark 1975, 80 Min, s/w
OmeU

Fr., 1.6. 20:00

ausgewählt von Lars von Trier
Das Gute und das Böse

Was ist der tiefere Sinn hinter dem, was Menschen tun, reden und fühlen? Das Leben muss sorgfältig untersucht und examiniert werden. DAS GUTE UND DAS BÖSE versucht die Antwort zu finden. Experimentell in Gestus und Stil, scheidet er Gut und Böse, Schön und Hässlich, Instinkt und Verstand, die Geste und das gesprochene Wort, eine sanfte Berührung und eine simple Tasse Kaffee. Da muss ein System hinter all unserem Irrsinn stecken.
Ein Film wie eine wissenschaftliche Forschungsarbeit. Jeder Abschnitt hat seinen eigenen Untersuchungsgegenstand. Der Einleitung folgen Betrachtungen über Gesichter und Körpern, widmet sich danach den Gefühlen und den Handlungen. Die Gedanken und Worte runden die Forschungsreise zum menschlichen Sein ab.
"Die Menschen gebrauchen Worte um die Zeit zu vertreiben oder die Stille zu überwinden. Worte füllen die Leere zwischen den Körpern." (Jörgen Leth)




Himmel oder Hölle

Regie: Wolfgang Mürnberger
Österreich 1990, 75 Min, Farbe

Sa., 2.6. 22:00

ausgewählt von Michael Haneke
Himmel oder Hölle

Ein zehnjähriger Junge wird Anfang der siebziger Jahre in einer burgenländischen Ortschaft mit zwei der wohl wichtigsten Tabus moderner Gesellschaften konfrontiert: der Sexualität und dem Tod.
Wer beim Indianerspielen stirbt, zählt bis hundert und darf dann weiterleben. Für einen Zehnjährigen ist auch das Leben ein Spiel, nur, was sind die Regeln? Konfrontiert mit der Sexualität und dem Tod helfen die bekannten Regeln nicht mehr. Übrig bleibt die Frage: Himmel oder Hölle?
In seinem Debüt erzählt Mürnberger auch von seiner eigenen Kindheit im burgenländischen Wiesen, wo seine Eltern ein Dorfkino betrieben. Dieses Kino ist der Ort des Übergangs von der Kindheit zum Erwachsenensein. HIMMEL ODER HÖLLE ist ein Film über diesen Übergang, aber auch über das Kino an sich. Mürnberger kombiniert wunderschöne Landschaftsaufnahmen mit einer argumentativen und bildreichen Montage. Sehr langsame Sequenzen wechseln mit dramatischen Aktionen ab. Die Realität ist in schwarz-weiß gehalten, während die Phantasiewelt des Jungen durchweg farbig ist.




Placido

Regie: Luis Garcia Berlanga
Spanien 1961, 85 Min, s/w
OmeU

So., 3.6. 18:00
Mo., 4.6., 20.00

ausgewählt von Fernando Trueba
Placido

Während der Weihnachtstage reift die Idee, einige arme Leute und Bettler bei wohlhabenden Familien zum Essen einzuladen. Der Lastwagenfahrer Plácido wird angeheuert, für die Idee Reklame zu fahren. Doch Plácido muss Geld verdienen, und da man ihn auf die Bezahlung für den Werbejob warten lässt, gerät er in große Schwierigkeiten.
Anfang der sechziger Jahre konnte das spanische Kino das franquistische Korsett, das katholisch religiöse und unpolitische Heimatfilme bevorzugte, etwas lockern. In dieser Zeit entstanden Filme, die Anleihen beim italienischen Neorealismus nahmen, aber auch Frühwerke von Regisseuren wie Carlos Saura. In dieser Zeit drehte Luis Berlanga PLACIDO. Die musikalische Komödie voll schwarzem Humor und eleganten Spitzen gegen die soziale Heuchelei der Franco-Gesellschaft schockierte das Publikum, zumal der Film ein wirklich treffendes Ende aufweist.
Heute wird der Film in Spanien als einer der wichtigsten Filme des Spanischen Kinos eingeschätzt, der stilistisch wie inhaltlich neue Horizonte eröffnete.




O Drakos

(Der Unhold von Athen)

Regie: Nikos Koundouros
Griechenland 1956, 105 Min, s/w
OmeU

Mo., 4.6. 18:00
Di. 5.6. 22:00

ausgewählt von Theo Angelopoulos
Der Unhold von Athen

Ein kleiner Bankbuchhalter erkennt plötzlich seine Ähnlichkeit mit einem notorischen Verbrecher, der "Der Unhold von Athen" genannt wird. Er lernt eine Bande Gangster kennen, die ihn ebenfalls verwechseln und ihm anbieten, an einem Überfall teilzunehmen. Getrieben durch seinen Wunsch, seinem trostlosen Leben zu entfliehen, findet er Gefallen an der Rolle.
O DRAKOS gilt wegen seines realistischen Ansatzes, der bei Erscheinen nur auf Ablehnung stieß, als Meilenstein des griechischen Kinos. Statt Märtyrern und Heiligen präsentierte er kleine Leute, die vom Aufstieg träumen. Erst heute wertet man den Film als ein zutiefst menschliches Porträt einer Epoche, in der Griechenland gerade begann, die Traumata von Krieg und Bürgerkrieg zu überwinden und sich neu zu finden.




Troublemaker

Regie: Andy Bausch
Luxemburg 1988, 98 Min, Farbe
OmeU

Sa., 2.6., 20.00
So., 3.6., 22.00

ausgewählt von Donato Rotunno
Troublemaker

Sie sind Zwerge und wollen Riesen sein. Die beiden Möchtegerngangster Chuck und Jacques, der sich Johnny Chicago nennt, planen einen Bankraub. Sie wollen weg, nach Amerika. Frisch aus dem Knast gehen sie zu Erwin, der Ratte, der ihnen die Knarren für den Coup liefern soll. Da sie nicht bezahlen können, lassen sie Erwin einsteigen. Zu dritt beginnen sie ihren Bankraub auf Kredit.
TROUBLEMAKER war der erste kommerziell erfolgreiche luxemburgische Spielfilm. Gedreht mit sehr kleinem Budget, lebt er von den Ideen Andy Bauschs und der Spielfreude seiner Hauptdarsteller.




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