LEBENSKUNSTSTERBEN

Vom 30.10.–19.11.2010 gibt die Ausstellung LebenskunstSterben in der Kirche St. Martin Gelegenheit, sich den »Lebensthemen« Sterben und Tod inmitten unserer Stadt, inmitten des pulsierenden Lebens am Rathausplatz zu stellen. Eine intensive Auseinandersetzung mit Fragen rund um die Endlichkeit des Lebens wird auf diese Weise angeregt. Das Kommunale Kino beteiligt sich mit drei Filmveranstaltungen am vielseitigen Rahmenprogramm, das einlädt, sich mit spirituellen, medizinischen, rechtlichen und kulturellen Aspekten des Sterbens auseinanderzusetzen.

DAS SUMMEN DER INSEKTEN | DER SCHLAFENDE MANN | BILDER, DIE BLEIBEN


DAS SUMMEN DER INSEKTEN

Regie und Buch: Peter Liechti | Text: Shimada Masahiko | Kamera: Matthias Kälin und P. Liechti | SprecherInnen: Alexander Tschernek, Nikola Weisse |Schnitt: Tania Stöcklin
| Schweiz 2009 | 88 Min. |

Im tiefen Winter findet der Jäger S. im abgelegensten Waldstrich des Landes die Mumie eines etwa 40-jährigen Mannes. Aufgrund der minutiösen Aufzeichnung des Toten stellt sich heraus, dass der Mann im vorhergegangenen Sommer Selbstmord durch Verhungern begangen hatte. Eine sehr persönliche Annäherung an einen fiktionalen Text, welcher wiederum auf einer wahren Begebenheit beruht. Ein filmisches Manifest für das Leben – herausgefordert durch den radikalen Verzicht darauf.

Di 09.11., 19:30 | Fr 12.11., 22:00 | So 14.11., 17:30


DER SCHLAFENDE MANN

NEMURU OTOKO

Regie und Buch: Kohei Oguri | Montage: Nobuo Ogawa | Musik: Toshio Hosokawa | Kamera: Osame Maruike | mit Sung-ki Ahnh, Christine Hakim, Koji Yakusho, Masaso Imafuku
| Japan 1990 | OmU | 102 Min. |

Der japanische Regisseur Oguri lässt uns in NEMURO OTOKO beim Anblick eines Bewusstlosen über das Leben meditieren, das Leben durch den Sterbenden neu sehen. War am Anfang doch nicht das Wort? Beim Betrachten von Kohei Oguris Film hat man jedenfalls das Gefühl, am Anfang müsse das Bild gewesen sein, zu dem die Menschheit erst auf dem Umweg über das Wort wieder zurückgefunden hat; er ist eher Meditation als Geschichte.

Mit dem 1996 entstandenen Film legte Oguri zum ersten Mal einen Film vor, für den er auch das Drehbuch verfasst hatte. Kohei Oguri gehört zu den Stillen im Lärm des Weltkinos.

Sa 13.11., 19:30 | Mi 17.11., 21:30


BILDER, DIE BLEIBEN

Regie: Katharina Gruber und Gisela Tuchtenhagen, nach einer Idee von Gesine Meerwein
| Deutschland 2007 | 60 Min. |

Ein Dokumentarfilm über Abschied und Tod. Gesine Meerwein ist 45 Jahre alt. Sie lebt mit unberechenbaren Schmerzschüben und der Diagnose »schnellwachsende Metastasen«. Fast vier Jahre lang rechnet sie damit, bald sterben zu müssen. Offen und eigenwillig setzt sie sich mit Tod und Bestattung auseinander. Sie bindet ihr Freundinnen-Netz und ihre Familie in diesen intensiven Prozess ein.

Do 18.11., 19:30, anschließend Filmgespräch mit Regisseurin Katharina Gruber | Sa 20.11., 21:45 | So 21.11., 17:30