AMAZONAS

Zur Ausstellung Bitterer Maniok – Indianische Kulturen der Amazonasregion im Naturmuseum Freiburg (bis 30.01.2011) zeigen wir Filme, die sich jenseits der Dichotomie »ursprüngliche Natur versus unheilbringende Zivilisation« auf die Geschichte und Lebenswirklichkeit der Indigenen in den gefährdeten und zerstörten Amazonasgebieten einlassen. Wir freuen uns sehr, als Deutschlandpremiere den Dokumentarfilm Pïrinop, My First Contact zeigen zu können, der die erste Begegnung mit den Weißen aus der Perspektive der Indianer erzählt.

In Zusammenarbeit mit der Brasilieninitiative Freiburg, dem Eine Welt Forum Freiburg, der Infostelle Peru, der Kooperation Brasilien und dem Regenwald-Institut.

ABGEHOLZT | AGUIRRE, DER ZORN GOTTES | PÏRINOP, MY FIRST CONTACT | BIRDWATCHERS | KINDERFILMPROGRAMM: AMAZONAS


ABGEHOLZT

DAS LAND DER ROTEN ERDE

Regie: Marco Keller | Schnitt: Barbara Toennieshen, Marco Keller
| Deutschland 2010 | OmU | 98 Min. |

Die industrialisierte und exportorientierte Landwirtschaft hat im Mato Grosso do Sul (im großen Urwald des Südens) innerhalb der letzten 60 Jahre ein intaktes Ökosystem vernichtet und die Guaraní-Kaiowá kaum lebensfähig zurückgelassen. Wo einst dichte Urwaldregionen waren, wird nun großflächig Viehzucht betrieben und Getreide oder Soja angebaut. Die Guaraní-Kaiowá leben seither eingepfercht in viel zu kleinen Reservaten. Von dort versuchen sie, den Widerstand zu organisieren. Im Amazonas-Regenwald, im Norden des Landes, zeigen sich ähnliche Entwicklungen wie im Süden. Regenwald-abholzung, Grundwasserversickerung, Zerstörung tradi-tioneller Lebensräume. Es ist der Ort, an dem der Film beginnt mit seiner Erzählung von Zerstörung, Auflehnung und der noch vorhandenen Lebensfreude der Indigenen.

Mi 06.10., 19:30, zu Gast: Marco Keller


Aguirre, der Zorn Gottes

AGUIRRE, DER ZORN GOTTES

Regie: Werner Herzog
| Deutschland 1972 | 93 Min. |

Im 16. Jahrhundert begeben sich spanische Konquistadoren auf eine Expedition zum sagenhaften Goldland Eldorado in den Tiefen des Amazonas-Urwalds. Nach und nach übernimmt der größenwahnsinnige Aguirre (Klaus Kinski) die Leitung des Trupps und führt ihn ins Verderben. Legendär wurde der Film durch die Umstände der Dreharbeiten: An Originalschauplätzen gedreht und von Überschwemmungen und Krankheit gebeutelt, erschwerte das angespannte Verhältnis zwischen dem Regisseur und Kinski die Dreharbeiten zusätzlich. Der Lohn war ein visuell überwältigender, symbolhafter Klassiker.

Fr 08.10., 19:30 | Sa 09.10., 21:30


Pirinop

PÏRINOP, MY FIRST CONTACT

PÏRINOP, MEU PRIMEIRO CONTATO

Regie: Mari Corrêa
| Brasilien 2007 | OmeU | 80 Min. |

Bis 1964 lebten die Ikpeng-Indianer zurückgezogen in der Umgebung des Xinguflusses im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso. Dann kamen Goldschürfer und beanspruchten das Gebiet für sich. Die Ikpeng wurden in ein Reservat in Xingu umgesiedelt, wo sie bis heute leben. Doch sie leiden immer noch unter dem Verlust ihres angestammten Landes und kämpfen nun dafür, es zurückzubekommen. Der junge Co-Regisseur Karané Ikpeng ist einer von ihnen; in Workshops der NGO Vídeo nas Aldeias (Video in den Dörfern) lernte er das Filmhandwerk. Die Geschichte wird aus der Sicht der Indianer erzählt. Vergangenheit und Gegenwart, Sorgen und Humor vermischen sich, wenn die Ikpeng Erinnerungen an ihre verlorene Heimat heraufbeschwören. So verschiebt sich die Perspektive, die Rollen werden vertauscht – und wir, die »zivilisierten Weißen«, sind auf einmal die Anderen, die Eindringlinge. Deutschlandpremiere!

Mi 13.10., 19:30, mit Einführung


Birdwatchers

BIRDWATCHERS

Regie: Marco Bechis
| Brasilien 2008 | OmU | 108 Min. |

Eine Gruppe Reisender lässt sich im brasilianischen Regenwald zum Vögelbeobachten auf dem Flussboot durch die Natur führen und kommt an einer Gruppe von Indianerinnen und Indianern vorbei. Die mit Pfeil und Bogen bewaffneten Bewohner beeindrucken die Gäste. Ausgehend von diesem Moment einer typischen Begegnung auf Distanz nähert sich Marco Bechis behutsam der Realität im Mato Grosso do Sul. Er lässt uns eintauchen in die Atmosphäre des Regenwalds und erzählt von einer Gruppe Guarani-Kaiowá, die ein Stück Ackerland besetzen, das einst von ihnen bewohnt worden war. Zwei Welten stehen einander in der bewegenden Geschichte gegenüber.

Mi 20.10., 19:30 | So 24.10., 17:30 | Mi 27.10., 19:30


KINDERFILMPROGRAMM: AMAZONAS

CURUMINS & CUNHANTAS

| Brasilien 1981 | 13 Min. | ab 5 Jahren | Regie: Regina Jehá | Dokumentarfilm |

Curumins und Cunhantas sind alte indianische Worte für Jungen und Mädchen. Der Film erzählt von den Caboclo-Kindern, die in den Urwaldgebieten des Amazonas leben.

KINDER IM REGENWALD

| Peru/Norwegen 1980 | 23 Min. | ab 6 Jahren | Regie: Kjersti Alver | Dokumentarfilm |

Wilma gehört zum Stamm der Aguaruna-Indianer. Die Kamera begleitet sie beim Hüten ihrer kleinen Geschwister, bei der Mithilfe im Haushalt, beim Zusammentreffen mit den spanisch sprechenden »Fremden«, beim Gang über den Markt, schließlich beim Tanz im Regen.

MANUEL

| D/Brasilien 1989 | 14 Min. | ab 7 Jahren |
Regie: Detlef Gumm und Hans-Georg Ulrich |

Manuel ist zwar erst elf Jahre alt, arbeitet aber schon auf einer Zuckerrohrplantage. – Dokumentarfilm

So 17.10., 15:30, mit Einführung