ASIAN TAKES

Das Philippinische Kino findet zur Zeit auf Filmfestivals große Beachtung, Brillante Mendoza ist einer der wichtigsten Regisseure dieser neuen Welle. Mendozas Filme entstehen weitgehend außerhalb der kommerziellen Filmindustrie und fühlen sich einer ungeschönten und realistischen Darstellung der zeitgenössischen philippinischen Gesellschaft verpflichtet.

»In meiner Art Kino geht es darum, das Publikum am Film zu beteiligen. Sie müssen den Schmutz förmlich riechen können. Manchmal wollen das die Leute nicht. Sie wollen das Kino Kino bleibt – eine Lüge. Sie sollen den Lärm hören können, ein Teil davon sein, Dinge sehen, die sie nicht sehen wollen. Und ich will sie dazu herausfordern zuzuhören und hinzugucken.« (Brillante Mendoza)


KINATAY

Regie: Brillante Mendoza | mit Coco Martin, Julio Diaz, Mercedes Cabral, Maria Isabel Lopez
| Frankr./Philippinen 2009 | OmU | 105 Min. |

Der junge Polizeistudent Peping heiratet am Morgen seine Verlobte, mit der er bereits ein Kind hat. Nach dem Unterricht in der Polizeischule treibt er am Abend Schutzgeld für seine korrupten Vorgesetzten ein, um seinen Unterhalt etwas aufzubessern. Doch heute wird er dazu aufgefordert, bei einer besonderen Aktion dabei zu sein. Er willigt ein, aber als die Gruppe eine junge Prostituierte kidnappt (und später bestialisch ermordet), muss Peping schnell erkennen, dass dies eine Erfahrung sein wird, die ihn an den Rand seiner moralischen Integrität bringen wird.

KINATAY war mit seinen drastischen Gewaltdarstellungen der Skandal des Filmfestivals von Cannes 2009, seine Auszeichnung mit der Goldenen Palme für die beste Regie war hochkontrovers.

Die wahre Grausamkeit des Films liegt nicht in der Darstellung eines Gewaltaktes, sondern in der authentischen Direktheit, mit der der Zuschauer Pepings moralischen Zwiespalt miterleben muss.

Di 07.09., 21:30 | So 19.09., 21:30