MITTWOCHSKINO: MONGOLEI

» Die Mongolei ist ein weites, dünn besiedeltes Land. Die 2,5 Millionen Einwohner leben auf einem Territorium, so groß wie Westeuropa, mit den südlichsten Taigalandschaften und nördlichsten Wüsten der Erde – endloses Grasland geht über in die karge Schönheit der Wüste Gobi. Wir präsentieren Filme, die nicht nur die Weite und Schönheit der Landschaft wiedergeben, sondern auch die Traditionen eines Nomadenvolkes, die in Konflikt mit der globalen Moderne immer weiter zurückgedrängt werden.

TUYAS HOCHZEIT | SEASON OF THE HORSE | MONGOLIAN PING PONG

im KINDERKINO: DIE HÖHLE DES GELBEN HUNDES

TUYAS HOCHZEIT

TU YA DE HUN SHI

Regie: Wang Quan’an | mit Tuya Yu Nan, Bater Bater, Senge Senge, Baolier Peng Hongxiang, Zhaya Zhaya
| China 2006 | OmU | 92 Min. |

Im Nordwesten der Inneren Mongolei werden die Voraussetzungen für ein Leben in der Natur immer schlechter. Die Regierung bedrängt die mongolischen Hirten, das Nomadenleben aufzugeben, in die Städte zu ziehen und sich dort als Bauern niederzulassen.

Die schöne und selbstbewusste Tuya aber will ihr Weideland nicht verlassen. Lieber lebt sie – zusammen mit ihrem behinderten Ehemann, zwei Kindern und hundert Schafen – ein Leben voller materieller Entbehrungen in den unendlichen Weiten der Steppe. Als Tuya die schwere Arbeit nicht mehr allein verrichten kann, entschließt sich das Paar zur Scheidung, damit Tuya sich einen neuen Mann suchen kann. Doch Tuya stellt eine komplizierte Bedingung: Der neue Gatte muss ihre Familie in seinem Hause akzeptieren – auch ihren ersten Ehemann Bater.

TUYAS HOCHZEIT erhielt auf der Berlinale 2007 den Goldenen Bären: Es handelt sich um einen stillen, aber kraftvollen Film über eine Frau, die noch einmal von vorn beginnen möchte, begleitet von wunderschönen Landschaftsbildern der Mongolei.

Mi 07.07., 19:30 | Sa 10.07., 21:30 | Mi 14.07., 19:30


SEASON OF THE HORSE

JIFENG ZHONG DE

Regie und Buch: Cai Ning | mit Cai Ning, Narenhua, Agu Damu, Chang Lantian, Ye Xi
| Mongolei 2005 | OmU | 105 Min. |

Die mongolischen Viehzüchter, einst das stolze Symbol einer jahrhundertealten Nomadenkultur, werden mit den unerbittlichen Entwicklungen der modernen Welt konfrontiert. So auch Urgen, der mit Frau, Sohn und seinem alten, treuen Gaul in den weiten Steppen der Inneren Mongolei lebt. Er muss mit ansehen, wie das Weideland austrocknet und die moderne, chinesische Zivilisation den Nomadenalltag mit Gesetzen, Regeln und Stacheldraht immer stärker bedroht. Durch eine anhaltende Dürre verenden seine Schafe allmählich und das Einkommen reicht nicht mehr, um die Familie zu ernähren und den Sohn zur Schule zu schicken. Trotzdem weigert er sich, wie viele andere in die Stadt zu ziehen. Urgen beteuert, er würde eher sterben, als sein treues Pferd zu verkaufen oder am Straßenrand Jogurt zu verkaufen. Freiburger Premiere!

Herzlichen Dank an moongatefilms!

Mi 21.07., 19:30 | Sa 24.07., 21:30


MONGOLIAN PING PONG

Lü cao di

Regie: Ning Hao | Buch: N. Hao, Xing Aina, Gao Jianguo | Kamera: Du Jie | mit Hurich a Bilike, Dawa, Geliban
| China 2005 | OmU | 101 Min. |

Der mongolische Junge Bilike findet eines Tages einen Tischtennisball. Er hält ihn für eine mystische Perle und spinnt allerlei Geschichten um sein geheimnisvolles Fundobjekt. Erst langsam kommt Bilike dem Rätsel auf die Spur. Schon bald beginnt für ihn und seine zwei Freunde eine ungeahnte Abenteuerreise: Aus der öden Steppe machen sie sich auf den Weg bis nach Peking, um den Nationalball Chinas an seinen Bestimmungsort zurückzubringen.

MONGOLIAN PING PONG ist in seiner erzählerischen Intensität mit dem Film DIE GESCHICHTE VOM WEINENDEN KAMEL vergleichbar, zeigt aber eine ungleich realistischere Mongolei, die in ihrer schnörkellosen Natürlichkeit fesselt. Es ist ein leiser, spannender und liebevoller Film, der durch Ideenreichtum und überwältigende Bilder in seinen Bann zieht.

Mi 28.07., 19:30 | Sa 31.07., 21:30


im KINDERKINO:

DIE HÖHLE DES GELBEN HUNDES

| D/Mongolei 2005 | OmU | 93 Min. | ab 10 Jahren |

In der endlosen Weite der mongolischen Landschaft führt eine fünfköpfige Nomadenfamilie in den Sommermonaten ein Leben fernab der Zivilisation. Bei einem ihrer Spaziergänge findet die sechsjährige Nansa in einer Felsenhöhle einen kleinen, schwarzweiß gefleckten Hund, den sie Zochor nennt und mit nach Hause nimmt. Der Vater verlangt, dass Nansa ihren neuen Freund wieder aussetzt.

Als der Vierbeiner kurz darauf das Leben ihres kleinen Bruders rettet, darf sie Zochor behalten. Doch eine Tages verliert sie in der Steppe seine Spur. Bei ihrer Suche begegnet Nansa einer alten Nomadin, die ihr die bewegende Legende von der Höhle des gelben Hundes erzählt...

Der Film ist leider nie synchronisiert worden und nur untertitelt – wir sprechen aber gerne eine Übersetzung ein – wie bei den großen Kinderfilmfestivals üblich.

So 11.07., 15:30 | So 18.07., 15:30 | So 25.07., 15:30