US-INDIES

Aus den USA kommt aktuell ein junges, authentisches Independent-Kino, das den durchgestylten Hollywood-Narrationen poetische und atmosphärische Geschichten entgegensetzt. BEESWAX – laut New York Times einer der »besten Filme des Jahres 2009« – ist wie aus dem Leben gegriffen; MARIN BLUE zeigt die Großstadt Los Angeles als unwirkliche Traumstadt.

BEESWAX | MARIN BLUE


BEESWAX

Regie, Buch, Schnitt: Andrew Bujalski | mit Maggie Hatcher, Tilly Hatcher, Alex Karpovsky
| USA 2009 | OmU | 100 Min. |

Jeannie und Lauren sind eineiige Zwillingsschwestern. Jeannie, die seit ihrer Jugend querschnittsgelähmt ist, sitzt im Rollstuhl. Während sie sich mit der Sorge herumschlägt, dass ihre Freundin und Mitinhaberin ihres kleinen Kleidergeschäfts sie verklagen will, sucht Lauren nach einem Job, der sie möglichst weit von ihrer gerade gescheiterten Beziehung fortträgt. Beide müssen die rechtlichen, privaten und amourösen Angelegenheiten ihres Lebens neu verhandeln. BEESWAX ist eine Geschichte über Familien – reale und erfundene –, über Menschen, die sich um andere kümmern. Andrew Bujalski dreht seine Filme entgegen jeglichen Hollywood-Konventionen:

Halbimprovisierte, äußerst realistische Dialoge, dokumentarischer Stil, offene Anfänge und Enden.

Di 08.06., 19:30 | Fr 11.06., 21:30 | Sa 12.06., 21:30


MARIN BLUE

Regie, Buch, Schnitt: Matthew Hysell | mit Cory Knauf, Najarra Townsend
| USA 2009 | OmU | 77 Min. |

Jim und Marin begegnen sich in einer psychiatrischen Einrichtung für Jugendliche in Los Angeles. Während die an Narkolepsie leidende Marin kommen und gehen kann, wann sie will, soll Jim so lange in der geschlossenen Anstalt bleiben, bis man »der Wahrheit« auf die Spur kommt, wie ihm die Ärztin mitteilt. Jim flieht aus der Anstalt und Marin macht sich auf die Suche. Jim findet sie in einem leer stehenden Motel wieder. Gemeinsam ziehen die beiden in einer verwaist wirkenden Stadtlandschaft von einem verlassenen Gebäude zum nächsten. Auf der Suche nach der eigenen Vergangenheit. Oder auf der Flucht vor ihr.

Ein Film über Verdrängung und Erinnerung, Vergangenheit und mögliche Neuanfänge. Atmosphärisch in Szene gesetzt wie ein Tagtraum: das eigentümliche Rauschen, das nicht allein den Verkehr der Schnellstraßen wiedergibt; eine Kamera, die sich die Zeit nimmt, sich für einen Vogel zu interessieren, oder für Baumkronen im Gegenlicht.

Fr 25.06., 21:45 | So 27.06., 19:30 | Di 29.06., 21:30