Sol a Neblina

MITTWOCHSKINO: CINELATINO – FESTIVAL DES LATEINAMERIKANISCHEN FILMS

14.04.–21.04.2010

Cineastische Entdeckungen aus Lateinamerika bietet das 17. CineLatino, das wichtigste Forum für lateinamerikanische Filmkultur in Deutschland. Zum diesjährigen Länderfokus Kolumbien laufen in Tübingen, Stuttgart und Freiburg aktuelle Spiel- und Dokumentarfilme, darunter – frisch von der Berlinale – EL VUELCO DEL CANGREJO von Óscar Ruiz Navia, BAGATELA von Jorge C. Ramos, RIVERSIDE von Harold Trompetero und PERRO COME PERRO von Carlos Morena.

Wir freuen uns sehr, am 19. April den kolumbianischen Filmemacher Juan Sarmiento zu seinem Film LA TIERRA SE QEUDÓ begrüßen zu dürfen. Preisgekrönte Filme aus Argentinien, Brasilien, Mexiko und Venezuela runden das Programm ab. Weitere Infos: www.filmtage-tuebingen.de

CYRANO FERNÁNDEZ | VILLA EL SALVADOR – LOS CONSTRUCTORES DEL DESIERTO | LA INVENCIÓN DE LA CARNE | TERRAS | KURZFILME AUS MEXIKO | NORTEADO | BAGATELA | PERRO COME PERRO | LA TIERRA SE QUEDÓ | EL VUELCO DE CANGREJO | SOL NA NEBLINA | BACKYARD – EL TRASPATIO | RIVERSIDE

CYRANO FERNÁNDEZ

| Venezuela 2008 | OmeU | 95 Min. | Regie: Alberto Arvelo Mendoza |

Cyrano Fernández ist der Robin Hood seines Viertels: Als Anführer der Gruppe der Tupamaros geht er in einem Slum von Caracas konsequent gegen Drogendealer und Verbrecher vor. Er ist verliebt in die wunderschöne Tänzerin Roxana, die ihn sehr verehrt, aber nur einen guten Freund und Vertrauten in ihm sieht. Als der junge Christian aus den USA ins Viertel kommt, verliebt sich Roxana in den attraktiven Mann.

Eine venezolanische Version von Cyrano de Bergerac, dem berühmten romantisch-komödiantischen Theaterstück, das der französische Autor Edmond Rostand 1897 schrieb. Angesiedelt ist das Liebesdrama in den Slums von Caracas.

Mi 14.04., 19:30 | So 18.04., 21:30

VILLA EL SALVADOR – LOS CONSTRUCTORES DEL DESIERTO

DIE BEBAUER DER WÜSTE

| Peru/Frankreich 2008 | OmeU | 52 Min. | Regie: Jean Michel Rodrigo und Marina Paugam |

Villa el Salvador ist wie ein Traum in der Wüste: ein städtisches Gemeinwesen, dreißig Kilometer von Lima entfernt. 1971 besetzten Familien aus dem Hochland Perus staatliche Ländereien in der Nähe von Lima, um sich ein neues Leben aufzubauen. Dokumentaraufnahmen zeigen die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Besetzern und Polizei, bis schließlich die Verwaltung die Inbesitznahme anerkannte. Inzwischen hat Villa el Salvador mehr als 300.000 Einwohner. Die Infrastruktur wie Straßen, Schulen, Stromversorgung hat die Bevölkerung selbst aufgebaut. Auch der ökologische Landbau wurde nicht vernachlässigt. Die Alphabetisierungsquote beträgt mehr als 97 Prozent, ein Rekord im ganzen Land.

In Kooperation mit der Informationsstelle Peru e.V.

Do 15.04., 19:30, mit Einführung

LA INVENCIÓN DE LA CARNE

DIE ERFINDUNG DES FLEISCHES

| Argentinien 2009 | OmeU | 82 Min. | Regie: Santiago Loza |

Mateo und Maria sind jung und völlig verloren. Zum ersten Mal begegnen sie sich in einem sterilen Untersuchungsraum, umringt von Ärzten und Medizinstudenten – sie als Versuchspatientin, er als behandelnder Student. Während der kühle, unzugängliche Mateo die Welt und vor allem den Menschen mit groteskem Unverständnis betrachtet, sucht Maria nach Nähe ohne diese zuzulassen. Und plötzlich finden sie sich im Auto auf einer gemeinsamen Reise wieder – jeder auf der Suche nach sich selbst...

Do 15.04., 21:30

TERRAS

LÄNDER

| Brasilien 2009 | OmeU | 74 Min. | Regie: Maya Da-Rin |

Die Grenzen Kolumbiens, Perus und Brasiliens treffen sich im Regenwald des Amazonas. Dort bilden die kolumbianische Stadt Letícia, die peruanische Stadt Santa Rosa und ihr brasilianisches Pendant Tabatinga einen urbanen Kontrast zu ihrer ansonsten natürlichen und traditionsreichen Umgebung. Neben geographischen Grenzen zeichnen sich in Maya Da-Rins Film deutlich die Folgen kultureller Gegensätze, wie zunehmende Landflucht, ab. Der in der Stadt erhoffte Wohlstand bleibt jedoch oftmals aus und zwingt viele in Armut oder illegale Arbeitsbereiche, während die indigene Landbevölkerung mit Diskriminierung und wirtschaftlicher Ausbeutung zu kämpfen hat. In beeindruckenden Bildern zeigt die Dokumentation auch eine Indigena, die keinerlei von Menschen gemachten Grenzen anerkennt.

In Kooperation mit der Brasilieninitiative e. V.

Fr 16.04., 19:30

KURZFILME AUS MEXIKO

Mexiko gehört zu den produktivsten Filmnationen, es hat eine lange Filmgeschichte. Am Institut Mexicano de Cinematographia (IMCINE) ist man besonders bemüht, den individuellen Stil zu fördern.

EL ARMADILLO FRONTERIZO | 2008 | 7 Min. |

El HORNO | 2009 | 12 Min. |

JAULAS | 2009 | 10 Min. |

LUCES NEGRAS | 2009 | 15 Min. |

MARTINA | 2009 | 10 Min. |

NIÑO DE MIS OJOS | 2008 | OmeU |

PRINCESA EN LA TORRE | 2009 | 9:56 Min. |

SOBRE RUEDAS | 2009 | 11 Min. |

Fr 16.04., 21:30

NORTEADO

IM NORDEN GESTRANDET

| Mexiko 2009 | OmeU | 94 Min. | Regie: Rigoberto Perezcano |

Der junge Mexikaner Andrés García will sein Glück in den USA machen. Er strandet in der Wüste, wird von der Polizei aufgegriffen und muss in Mexiko bleiben. Hinter dem Grenzzaun, die Freiheit zum Greifen nah, ohne Geld, findet er Arbeit und Unterkunft in einem kleinen Lebensmittelg-schäft in Tijuana. Schon bald gehört er fest zum Leben von dessen Besitzerin Ela, ihrer Aushilfe Cata und Asensio, dem Nachbar und Freund. In dieser Zwischenwelt richtet er sich provisorisch ein. Jeder neue Fluchtversuch bestärkt ihn in seinem Traum vom besseren Leben.

Sa 17.04., 19:30

BAGATELA

| Kolumbien/Spanien 2008 | OmeU | 74 Min. | Regie: Jorge Caballero Ramos |

Vor Gericht wegen des Stehlens einer Lotion, des Raubs eines Handys oder wegen gebrannter CDs – Menschen, die aufgrund solcher Bagatelldelikte in Kolumbien angeklagt werden, müssen mit drastisch hohen Strafen rechnen. Sie können jedoch gemindert werden, wenn die Angeklagten ihre Tat gestehen. Dieses alltägliche, manchmal surreal anmutende Geschehen begleitet der Film einen Tag lang an einem Gericht in Bogotá.

BAGATELA gewann den Premio Nacional de Documental in Bogota und wurde auf vielen internationalen Filmfestivals gezeigt.

Sa 17.04., 21:30

PERRO COME PERRO

DEN LETZTEN FRESSEN DIE HUNDE

| Kolumbien 2008 | OmU | 104 Min. | Regie: Carlos Moreno |

Mafia-Handlanger Víctor hat seinem Chef, dem Drogenboss El Orejón einen Sack mit Geld unterschlagen. Der hat eigentlich ganz andere Probleme, denn jemand hat seinen geliebten Patensohn ermordet. Er lässt den Täter mit einem Voodoo-Fluch belegen und schickt Víctor in Begleitung zweier Killer, dem coolen Benitez und dem verrückten Sierra, auf die Suche nach dem gestohlenen Geld. Die drei sollen sich gegenseitig überwachen. Der Fluch zeigt schnell effektive Wirkung...

PERRO COME PERRO feierte seine Weltpremiere auf dem renommierten Sundance Filmfestival und wurde 2009 sowohl für den spanischen Goya als auch für den mexikanischen Ariel als bester lateinamerikanischer Film nominiert.

So 18.04., 19:30 | Mo 19.04., 21:30

LA TIERRA SE QUEDÓ

AUF HARTEM BODEN

| Kolumbien/Deutschland 2010 | OmeU | 77 Min. | Regie: Juan Sarmiento G. |

In Kolumbien leben mehr als vier Millionen Binnenvertriebene. Die meisten wurden im Zuge des bewaffneten Konflikts mehr als ein Mal gewaltsam aus ihrer Heimat vertrieben. Auch Solangel, Teodoro und Rúben mussten alles hinter sich lassen. Alles, was die drei Protagonisten fordern, ist ein klein wenig Gerechtigkeit und eine minimale Entschädigung.

Der Dokumentarfilm LA TIERRA SE QUEDÓ wurde auf dem Internationalen Filmfestival in Cartagena uraufgeführt. Der Film läuft 2010 auf den Festivals in Toulouse, Montevideo und Monte Carlo.

Mo 19.04., 19:30, zu Gast aus Kolumbien: Regisseur Juan Sarmiento G.

EL VUELCO DE CANGREJO

DER KREBS IN DER FALLE

| Kolumbien/Frankreich 2009 | OmeU | 95 Min. | Regie: Oscar Ruiz Navia |

Die BewohnerInnen des afro-kolumbianischen Fischerdorfes »La Barra« leben abgeschieden von der modernen Welt und den innenpolitischen Konflikten. Jedoch nervt ein Weißer mit lauter Musik und neu errichteten Zäunen die Gemeinschaft…

Di 20.04., 19:30

SOL NA NEBLINA

SONNE IM NEBEL

| Brasilien 2009 | OmeU | 75 Min. | Regie: Werner Schumann |

Pedro hat schlechte Karten. Erst wird sein Auto geklaut und dann wird auch noch entführt. Im Süden Brasiliens lernt er die junge Celia kennen. Eine Art Freundschaft entsteht, aber das Leben hat mit Celia was anderes vor…

Di 20.04., 21:30

BACKYARD – EL TRASPATIO

DER HINTERHOF

| Mexiko 2009 | OmeU | 122 Min. | Regie: Carlos Carrera |

Ciudad Juárez 1996: Die engagierte Polizistin Blanca Bravo tritt ihren Dienst in der nordmexikanischen Stadt an und versucht, die zahlreichen Morde an jungen Frauen aufzuklären. Durch die Unterstützung einer Gruppe von engagierten Frauen schafft sie es, mehr Indizien zu sammeln. Ihre männlichen Kollegen und die Politiker scheinen sich hingegen schon längst an die Toten gewöhnt zu haben.

Mi 21.04., 19:30

RIVERSIDE

FLUSSUFER

| Kolumbien 2008 | OmU (spanisch) | 92 Min. | Regie: Harold Trompetero Saray |

Zurück in die Heimat, ein Traum vieler Emigranten. Auch der von Hernando und Marina. Seit einiger Zeit leben sie am Rande des Hudson River in New York. Sie haben ihren ganzen Besitz verloren und leben jetzt auf der Straße, schlafen in Pappkartons, und sammeln Dosen in einem Einkaufswagen. Eines Tages beschließen Hernando und Marina nach Kolumbien zurückzukehren... Riverside erhielt fünf Preise auf dem Festival Internacional de Cine Chico de La Palma.

Mi 21.04., 21:45