MUSIK-KUNST IM FILM

WE DON‘T CARE ABOUT MUSIC ANYWAY...

Regie: Cédric Dupire, Gaspard Kuentz
Frankreich 2009 | OmeU | 80 Min. |

Wenn Musik in Geräusch übergeht und Töne sich zu Klanggewittern verdichten, dann ist von Avantgarde die Rede. Dass die hier verwendeten experimentellen Ausdrucksformen auch nach bald einem Jahrhundert noch nicht ausgeschöpft sind, demonstrieren die im Film porträtierten acht zeitgenössischen japanischen Musiker (sieben Männer und eine Frau) eindrucksvoll.

Ihr Klangmaterial finden sie in hochmodernen elektronischen Gerätschaften oder auf den weitläufigen Schrottplätzen Tokios, im eigenen elektronisch verstärkten Herzschlag oder in einem klassischen Cello, dessen Stachel man auch für die Klangerzeugung benutzen kann.

Die spielerische Neugier seiner Protagonisten spiegelt sich auch in der filmischen Gestaltung. Seine Qualitäten offenbart der Film gerade in jenen Szenen, in denen nicht einfach nur eine Darbietung abgefilmt wird, sondern die musikalische Vorgabe quasi als Partitur für die Montage dient, wobei es den Filmemachern immer wieder gelingt, Ton und Bild auf unerwartete Weise zu verschränken und in ihrem Zusammenspiel etwas gänzlich Neues entstehen zu lassen. Die auf Zivilisationsschrott und bunter Großstadtrhetorik basierenden Bilder interpretieren dabei die Klänge in verblüffender Weise. Ergänzend kommen zwischen den einzelnen Szenen die Tonkünstler zu Wort, die in aufschlussreichen Gruppengesprächen über den inspirierenden Impuls für ihre Klangexperimente räsonieren.

Sa 16.01., 19:30, Einführung: Dr. Markus Bandur, Berlin/Freiburg | So 17.01., 17:30