STUMMFILM MIT MUSIKBEGLEITUNG

DURCHS BRANDENBURGER TOR

Regie: Max Knaake, Wilhelm Dieterle | Kamera: Charles Stumar | mit Paul Henckels, June Marlowe, Aribert Mog, Fritz Kampers, Karl Etlinger, Carl Balhaus
| Deutschland 1929 | ca. 80 Min. |

Im Jahr 1914. Die Gesellen des Schusters Lehmann wetteifern um die Gunst seiner Tochter Frieda. Sie liebt eigentlich ihren Vetter, den strebsamen Fritz. Aber es ist der gerissene Franz, der es versteht, sie einzuwickeln. Und als Fritz in den Krieg zieht, gibt Frieda nach und heiratet Franz. Fritz gilt bald als vermisst, und der alte Schuster stirbt vor Kummer. Währenddessen verdient Franz, der sich vor dem Militärdienst gedrückt hat, sein Geld mit Schiebereien im großen Stil. Frieda ist unglücklich. Da kehrt Fritz aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück...

Die Chronik der Ereignisse von 1914 bis 1929 – Krieg, Zusammenbruch, Inflation, sozialer Abstieg und Aufstieg – wird aus der Souterrain-Perspektive der Schusterfamilie Lehmann geschildert.

»Die sogenannte große Zeit, Mobilmachung, Front- und Heimkrieg. Inflation aus der Perspektive des kleinen Bürgers mit rosaroter Brille gesehen. Eine Welt, mit der die paar hineingeschneiten Kriegsgrauenbilder überhaupt nichts zu tun haben. Das Publikum hält sich darum auch an das Rosenrote, es hat, scheinbar, die Hintergründe dieses frischfröhlichen Krieges vergessen. Militärkonzert, Kinder mit Gewehren und Truppenauszug erfreuen sich hier – so muss man konstatieren – einer wachsenden Beliebtheit.« (Lotte H. Eisner, Film-Kurier, 1929)

Sa 19.12.,19:30, am Klavier: Barbara Lenz und an der Violine: Günter A. Buchwald