MITTWOCHSKINO: KLANGWELTEN – FILME VON STEFAN SCHWIETERT

Es gibt kaum einen Regisseur, der die Suche nach den Wurzeln der Musik so beharrlich betreibt und so stimmungsvolle Musikfilme zustande bringt, wie der junge Regisseur aus Basel. Seinen Filmen A TICKLE IN THE HEART (1996), EL ACORDEÓN DEL DIABLO (2000), DAS ALPHORN (2003), ACCORDIAN TRIBE (2004) und seinem jüngsten Film HEIMATKLÄNGE (2007) wird von Kritikern »betörende Musikalität«, »formales Brio«, »verführerische Bildlichkeit« und »mitreißender Zauber« bescheinigt. Die Bezeichnung »dokumentarische Musikfilme« ist für seine Filme als Genreklassifizierung zu kurz gegriffen.

»Stefan Schwieterts Filme gehen über die Grenzen von Form (Dokumentarfilm) und Inhalt (Musik) weit hinaus – aus Lust am Verweben von inszenatorischen und dokumentarischen Ebenen und der Passion für all das, was sich hinter der Musik verbirgt: die Menschen, die sie entstehen lassen, die Kultur, in der sie verwurzelt ist, und die Geschichte, die sie beeinflusst.«

Wir zeigen Stefan Schwieters Filme im November und Dezember.

A TICKLE IN THE HEART | EL ACORDEÓN DEL DIABLO

A TICKLE IN THE HEART

Regie: Stefan Schwietert | mit Max, Julie und Willy Epstein
| Deutschland 1995 | OmU | 83 Min. |

Der Film ist eine musikalische Reise von den Wurzeln der jüdischen Klezmer-Musik in Osteuropa zu ihrer zweiten Blüte in Amerika mit den Epstein Brothers. Der Film lässt etwas vom Geheimnis der Klezmer-Musik aufblitzen, vom Wechselspiel zwischen Melancholie und Vitalität, abgrundtiefer Traurigkeit und fröhlichem Temperament. Doch die Epstein Brothers sind nicht nur herausragende Musiker, sondern auch Erzähler und Darsteller, die mit ihren phänomenalen Bass-Stimmen von ihrer polnischen Herkunft und ihrer Jugend in der New Yorker Lower East Side berichten.

Mi 11.11., 19:30 | So 15.11., 21:30

EL ACORDEÓN DEL DIABLO

Regie und Buch: Stefan Schwietert | Kamera: Ciro Cappellari
| Deutschland/Schweiz 2000 | OmU | 90 Min. |

Der Film führt uns an die kolumbianische Karibikküste, in die Heimat des Sängers, Komponisten und Akkordeon-Spielers Francisco »Pacho« Rada, der mit vier Jahren zum ersten Mal ein Akkordeon in der Hand hielt und daraufhin nie wieder losließ. Über die Lebensgeschichte des 93-Jährigen, die Gabriel García Márquez zu einer Figur in Hundert Jahre Einsamkeit inspirierte, treten auch andere Musiker in den Mittelpunkt des Films, so dass die Bedeutung der Musik für ihren oftmals beschwerlichen Alltag deutlich wird.

Mi 25.11., 19:30 | Fr 27.11., 21:30 | Di 01.12., 21:30