METROPOLE UND LEBENSALLTAG

Unser Verständnis von Kultur orientiert sich vor allem an der Lebensform des Städters. Daran erinnern auch die Begriffe »civitas« und »polis«. Literatur und Film haben sich der Faszination urbanen Lebens seit jeher gestellt. Sie sind daher als eine Reflexion kulturellen Lebens zu lesen, dessen Konstituenten gleichzeitig reflektiert werden. Daher rückt der Stadtfilm vor allem die urbane Lebenswirklichkeit einzelner Menschen ins Zentrum. Ihre Schicksale regen zum Nachdenken an: nicht nur über urbanes Leben, sondern auch über die Auswirkungen unseres Kulturverständnisses.

Diese Filmreihe, die bis Februar 2010 geht, ist eine Kooperation mit dem Romanischen Seminar der Universität Freiburg.

SO IST PARIS / CINÉ-CLUB | LA CALLE – L’HABITACIÓN / KINO AVANTGARDE

SO IST PARIS / CINÉ-CLUB

Regie und Buch: Cédric Klapisch | mit Albert Dupontel, Juliette Binoche, Romain Duris, Fabrice Luchini, François Cluzet
| Frankreich 2008 | OmU | 129 Min. |

Paris, die Stadt der Liebe, die Stadt der Emotionen und des Chaos: Im Alltag der Millionenmetropole prallen Welten aufeinander, wenn sich die Wege ganz gewöhnlicher, aber völlig individueller Menschen kreuzen: Gemüsehändler auf sentimentalen Abwegen, ein Uniprofessor auf der Jagd nach jungen Frauen, ein Tänzer auf der Suche nach Vollendung, eine Sozialarbeiterin im Dauereinsatz, eine Bäckersfrau mit unkonventionellen Überzeugungen, ein illegaler Immigrant in der Stadt seiner Träume.

In SO IST PARIS sucht jeder seinen Platz. Unter der Herrschaft des Alltäglichen, in der liebenswerten Sentimentalität des Banalen, wird das Unspektakuläre König – im grandiosen Rahmen der Unvergänglichsten aller Städte.

Do 12.11., 19:30, Einführung und Diskussionsleitung: Flavien Le Bouter und Mathias Schillmöller | So 15.11., 17:30 | Di 17.11., 21:30

LA CALLE – L’HABITACIÓN / KINO AVANTGARDE

DIE STRASSE – DIE WOHNUNG

»Urban Research« bringt Arbeiten von Künstlern zusammen, die mit experimentellen und dokumentarischen Mitteln die Bedingungen des Urbanen unserer Städte untersuchen und erforschen.

LA CALLE – L‘HABITACIÓN versammelt Filme aus dem roma-nischen Sprachraum, vor allem aus Lateinamerika aber auch aus Portugal und einer lateinamerikanischen Enklave in Wien. Der künstlerische Blick reflektiert den Alltag und verändert oder verschiebt die Wahrnehmung ins Außergewöhnliche. Vieles erscheint dem europäischen Auge bekannter als erwartet, städtisches Leben hat sich internationalisiert, und die Künstler verpflichten uns darauf, Zwischentöne zu beachten.

Der Berliner Künstler und Filmemacher Klaus W. Eisenlohr, kuratiert seit über drei Jahren das Programm »Urban Research« beim Berliner Filmfestival »Directors Lounge«. Das Programm LA CALLE – LA HABITACIÓN kam zustande mit tatkräftiger Unterstützung von Verena Grimm (Berlin und Mexiko Stadt) und Fernando Llanos (Mexiko).

Di 24.11., 19:30, zu Gast: Klaus W. Eisenlohr