KRIMIHERBST IM ALTEN WIEHREBAHNHOF

24.11.–13.12

Vom 24. November bis zum 13. Dezember findet im Alten Wiehrebahnhof zum zweiten Mal der Krimi-Herbst statt. Neben der HörBAR (Mord im Zeichen des Zen) und der Lesung aus Philip Le Roys Roman Le dernier testament, der Lese- und Hörspiel-Ecke im Nebenraum des Cafés und unserer Ausstellung in der Galerie: Verbrechervisage? Filmplakate und andere Bilder von Kriminellen, gehen wir in unserer Filmreihe Gangstermovies und Verbrecherfilme dem (Ab-)Grund des Verbrechens nach. Was motiviert die bösen Jungs (auch seltener Mädels)? Kühle Berechnung oder hitziger Wahn? Verzweifelte Not oder berechnende Gier?

Nachdem beim Krimiherbst 2008 die Ermittler im Mittelpunkt standen, stehen dieses Jahr die Täter im Fokus. Verbrecherfilme haben zur Zeit Konjunktur: Heist-Movies, raffiniert ausgeführte Diebstähle und Raubzüge à la RIFIFI oder OCEAN‘S ELEVEN stellen den unterhaltsamen Hauptteil davon. Meistens sind die Täter hier sympathische und durchaus moralische Menschen, die Bestohlenen dagegen haben entweder sowieso genug oder nichts Besseres verdient (LE CERCLE ROUGE, RESERVOIR DOGS, KLETTER-IDA). Im wirklichen Leben sehen wir Betrüger allerdings nicht so gerne (DIE HOCHSTAPLER). Andere Täter sind nicht so souverän. Nicht immer wissen sie, was sie tun – Verbrechen und Wahnsinn können eng beieinander liegen (der Stummfilm ORLACS HÄNDE, AMERICAN PSYCHO und ARSEN UND SPITZENHÄUBCHEN).

Ausstellungseröffnung Di 24.11., 20:30 Uhr, Galerie.

ARSEN UND SPITZENHÄUBCHEN | HörBAR | RESERVOIR DOGS | ORLACS HÄNDE | DIE HOCHSTAPLER | PHÖNIX

ARSEN UND SPITZENHÄUBCHEN

ARSENIC AND OLD LACE

Regie: Frank Capra | Musik: Max Steiner | mit Cary Grant, Priscilla Lane, Peter Lorre
| USA 1941/44 | DF | 113 Min. |

Beste Absichten können fatale Ergebnisse haben – wie die der freundlichen Tanten. Für ihren frisch verheirateten Neffen Mortimer Brewster (Cary Grant), der erst jetzt vom Schicksal der mildtätig entsorgten Untermieter erfährt, Anlass zur Sorge, dass der mörderische Wahnsinn in der Familie liegt...

Die überdrehte Komödie in bester Screwball-Tradition ist gleichzeitig ein Kabinett zeitgenössischer Verbrecherdarsteller.

Di 24.11., 21:30 | So 29.11., 17:30 | Di 01.12., 19:30

HörBAR

OLIVER BOTTINI: MORD IM ZEICHEN DES ZEN

Es schaudert, gruselt, fröstelt im November, denn die HörBAR steht im Zeichen des Krimiherbstes im Alten Wiehrebahnhof. Präsentiert wird das Kimihörspiel Mord im Zeichen des Zen, das 2007 unter der Regie von Ulrich Lampen von »SWR Regionales Hörspiel« Freiburg nach einer von Katrin Zipse unternommenen Bearbeitung des 2004 erschienenen Kriminalromans Oliver Bottinis produziert wurde. In seinem 2005 mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichneten Debüt-roman Mord im Zeichen des Zen führt der 1965 in Nürnberg geborene Oliver Bottini die Figur der Freiburger Hauptkommissarin Louise Boni ein, die auch im Mittelpunkt seiner weiteren Veröffentlichungen steht. Louise Boni, 42 Jahre alt, geschieden, kämpft mit ihrem Alkoholproblem und den Nachwirkungen ihrer Vergangenheit, als sie einen merkwürdigen Auftrag erhält: Sie soll einen japanischen Mönch aufgreifen, der östlich von Freiburg im Schneetreiben über die Felder irrt.

Die atmosphärisch dichte Hörspielfassung mit Stimmen aus Baden, dem Elsass und der Schweiz wird die Leiterin des Regionalen Hörspiels, Renate Greinacher, vorstellen.

Die HörBAR ist eine Veranstaltungskooperation von Literaturbüro Freiburg, Kommunales Kino und SWR 2 sowie SWR Regionales Hörspiel Freiburg.

Do 26.11., 20:00, Eintritt: 5,00/4,00 Euro

RESERVOIR DOGS

Regie und Buch: Quentin Tarantino | mit Harvey Keitel, Tim Roth, Michael Madsen, Steve Buscemi
| USA 1992 | OmU | 95 Min. |

In Quentin Tarantinos Erstling wird aus einer bedacht zusammengesetzten Gang – als der minutiös geplante Banküberfall blutig scheitert – wieder eine Gruppe unvereinbarer, misstrauischer und gewalttätiger Einzelgänger. Die in Rückblenden erzählte und mit Genrezitaten gespickte Geschichte ist eine visuell und inszenatorisch gelungene Kostprobe vom Können des ehemaligen Videothekars.

Fr 27.11., 19:30 | Sa 28.11., 21:30, anschließend Filmtalk mit Philip Le Roy | Mi 02.12., 21:30

ORLACS HÄNDE

Regie: Robert Wiene | mit Conrad Veidt, Alexandra Sorina, Fritz Kortner
| Österreich 1924 | 90 Min. |

Nach einem Unfall werden dem Pianisten Orlac die Hände eines Mörders angenäht – doch er hat Grund zu fürchten, dass mit den Organen auch der Charakter des »Spenders« übertragen wurde. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg formuliert der fantastische Film neben der damals utopischen Hoffnung der Heilung Verstümmelter durch (Hand-) Transplantation auch erstmals die Ängste vor der Annahme des Fremden.

Regisseur Robert Wiene (DAS KABINET DES DR. CALIGARI) arbeitete hier erneut mit Conrad Veidt, dem unvergesslichen Somnambulen »Cesare« zusammen.

Sa 28.11., 19:30, Musikbegleitung: Barbara Lenz

DIE HOCHSTAPLER

Regie und Buch: Alexander Adolph
| Deutschland 2006/07 | 84 Min. |

Wie groß ist der Unterschied zwischen dem heimlichen Dieb und dem geschickten Betrüger? Beide bewundern wir höchstens, wenn das Resultat Ihrer Bemühungen jemand anderen betrifft, aber das amüsierte Schmunzeln erstirbt, wenn wir sie im wirklichen Leben kennen lernen.

Im Dokumentarfilm DIE HOCHSTAPLER kommen vier überführte Betrüger zu Wort. Sie erschrecken durch den Aufwand, mit dem ihre Lügengespinste betrieben werden – Anstrengungen, die sie in »ehrlichen« Berufen weit hätte bringen können – und verblüffen mit Ihren Berichten, wie bereitwillig sich manche Opfer aufs Glatteis führen lassen.

So 29.11., 21:30 | Fr 04.12., 21:30

PHÖNIX

KRIMIMATINEE MIT PHILIP LE ROY

Fairbanks in Alaska: In einem Geheimlabor wird ein Forscherteam auf kaltblütige Weise hingerichtet. Ziel der Wissenschaftler war es, tote Zellen wiederzubeleben und so den Tod zu überlisten. Das FBI, beauftragt Nathan Love, einen Meister der asiatischen Kampfkünste und Zen-Anhänger, dem es in meditativen Übungen gelingt, in die Haut sowohl der Opfer als auch der Täter zu schlüpfen. Nach einer Jagd von den Gletschern Alaskas durch die Slums von Manila bis an die Côte d’Azur führt die Spur schließlich in den Vatikan, in dem der Schlüssel zur Erklärung der grauenhaften Ereignisse liegt.

Philip Le Roy wurde 1962 in Toulouse geboren. Nach einem BWL-Studium arbeitete der begeisterte Cineast, Kampfkünstler und Rockbassist u. a. in der Werbung und als Drehbuchautor. Für Phönix (französisch: Le dernier Testament) wurde er 2005 mit dem Großen Preis der Kriminalliteratur ausgezeichnet. Le Roy, der in Frankreich mittlerweile Starruhm genießt, lebt in Vence. Die Moderation und Lesung ausgewählter deutschsprachiger Textausschnitte übernimmt der mehrfach ausgezeichnete Freiburger Übersetzer Tobias Scheffel, Mitglied im Literatur Forum Südwest.

Eine Veranstaltung des Literaturbüros Freiburg in deutscher und französischer Sprache, in Zusammen-arbeit mit dem Centre Culturel Français Freiburg, dem Kommunalen Kino Freiburg und dem Bureau du Livre Berlin.

So 29.11., 11:00, Eintritt: 5,00/3,00 Euro